"Syrian borders"

Fotoserie von Adnan Sharbaji

In seiner Werkserie „Syrian borders“ nähert sich Adnan Sharbaji mit großem Einfühlungsvermögen den Menschen an, die die Auswirkungen des Krieges in Syrien erleben und erleiden müssen. Aufgenommen an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei, zeigt der Fotograf in seinen Schwarz-Weiß-Fotografien das Leid der Zivilbevölkerung, indem er die vielfältigen Gefühle in den Gesichtern der Porträtierten aufspürt. Neben Angst, Verzweiflung und großer Ernsthaftigkeit gelang ihm auch die unbefangene Zuversicht eines Kinderlächelns festzuhalten. Dass diese Zuversicht gerade aus den Augen eines kleinen Jungen erstrahlt, dessen Physiognomie von einem Narbennetz überzogen ist, macht die Wirkkraft der Aufnahme noch intensiver. Dergestalt sind die Betrachter aufgefordert, sich auf das porträtierte Gegenüber einzulassen, den Geschichten, die jedes einzelne Gesicht erzählt, ruhig und verständnisvoll zu lauschen.

                                             © Adnan Sharbaji

„Im Grenzgebiet zu Syrien gibt es viele Menschen, […] die in ihrer Heimat alles verloren haben. Sie versuchen, ein neues Leben zu beginnen. Ich habe mich ganz bewusst entschieden, eine Reportage über diese Menschen zu machen, zu zeigen, wie schwierig es ist, alles zu verlieren und ganz neu zu beginnen“, sagt Adnan Sharbaji und erläutert seine Motivation für die Fotoserie „Syrian borders“ wie folgt: „Mit meinen Aufnahmen möchte ich die Wahrheit näher bringen... Aufklärung schaffen... Verstehen fördern. Es sind nicht nur technische Aufnahmen oder ist nicht nur einfach das Drücken des Auslösers. Hinter jeder meiner Aufnahmen verstecken sich Geschichten und Gefühle.“

                                             © Adnan Sharbaji

Obgleich Adnan Sharbajis Aufnahmen die schrecklichen Auswirkungen des Syrienkrieges dokumentieren, sind sie zugleich poetische Miniaturen, die das Menschsein in einer Extremsituation auf behutsame Weise in sich aufnehmen. Es ist dieser philanthropische Blick des Fotografen, die klare und konzentrierte Bildsprache sowie die formalästhetische Gesamtkomposition, die die Qualität der Arbeiten bestimmen. Um das zu erfahren, folgen Sie am besten Adnan Sharbajis Aufforderung: „Schauen sie einfach in die Augen der Menschen... Spüren Sie die Wahrheit und die Wärme eines Lächelns... Gute Reise!“
 

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag: 09:00 bis 16:00 Uhr
Freitag: 09:00 bis 14:00 Uhr


Zusätzliche Termine:

Bitte telefonisch erfragen.


Sofern Sie mit einer Gruppe eine Führung durch die Ausstellung wünschen, rufen Sie bitte eine Woche vorher bei uns an. Die nächsten öffentliche Führung findet im Rahmen der parallel gezeigten Ausstellung Anja Niedringhaus - At War am 25.03. (16:00 Uhr) statt. Im Anschluss wird Adnan Sharbaji um 17:00 Uhr seine Fotografien vorstellen.


Der Eintritt ist frei!

in Kooperation mit ZORES.SAARLAND Kommunikation durch Kunst

Fotograf:

Adnan Sharbaji

geb. 1985 in Aleppo (Syrien). Ingenieurstudium Elektrotechnik an der Staatlichen Universität Aleppo. Bereits in Syrien war er als Fotograf tätig. Nach seinem Studienabschluss zog es Sharbaji nach Udine (Norditalien), wo er sein Fremdsprachenstudium aufnahm, um seinem Traum näher zu kommen, als internationaler Fotograf Fuß zu fassen. Doch die Situation in seiner Heimat Syrien zwang ihn zur Rückkehr. Es folgten ehrenamtliche Tätigkeiten in verschiedenen Hilfsorganisationen. Seit ungefähr 15 Monaten lebt der junge Fotograf nun in seiner neuen Heimat Deutschland, wo seine Fotoarbeiten bereits ausgestellt wurden.

23. Februar 2017
bis
31. März 2017

Politische Akademie
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Ausstellung

Dr. Verena Paul
Telefon: 0681 - 906 26 - 24