Parallelausstellung

12. April bis 24. Mai 2017 in der Politischen Akademie

 

"Geraubte Kinder – vergessene Opfer"

In Kooperation mit dem Verein „geraubte Kinder - vergessene Opfer“ in Freiburg i. B.

Mit der Ausstellung „Geraubte Kinder“ wird das in der Öffentlichkeit bisher weitgehend unbekannte Kriegsverbrechen des Raubes von Kindern durch die Nazis in den besetzten Gebieten während des Zweiten Weltkrieges in Erinnerung gerufen. Die Ausstellung dokumentiert die Biografien und Schicksale von Menschen, die als Kinder aus Polen, Russland, Slowenien, Tschechien und Norwegen wegen ihres vermeintlich „arischen“ Aussehens nach Deutschland verschleppt und dort in Pflegefamilien, Heimen oder in Lagern zwangsgermanisiert wurden.

Zwischen 50.000 und 200.000 blonde und blauäugige Kinder wurden von den Nazis geraubt, in in Züge gepfercht und ins Deutsche Reich deportiert, galten sie doch als „gewünschter Bevölkerungszuwachs“. Über den SS Lebensborn e. V. wurden diese Kinder „eingedeutscht“ und ihrer Identität beraubt, indem der SS Verein die Namen der geraubten Kinder änderte und sie nach der gewaltvollen Umerziehung in Hitlertreue Familien vermittelte. In einer Art Gehirnwäsche wurde den geraubten Kindern in „Assimilierungsheimen“ die eigene Identität genommen und die Erinnerung an die eigene Herkunft „ausgelöscht“. Es ist anzunehmen, dass manche dieser geraubten Kinder bis heute mit einer fremden Identität in Deutschland leben und nichts über ihre Herkunft wissen. Vorrangiges Ziel der Ausstellung ist es, das Ausmaß des Unrechts an den verschleppten Kindern bekannt zu machen und die Gesichter der Opfer anhand von alten Fotos in die Gegenwart zurückzuholen. Einzelne Biografien von geraubten Kindern sollen im Vordergrund der Ausstellung stehen.


"Der Lebensborn e.V."

In Kooperation mit dem Kreisjugendring Ebersberg

Die Ausstellung wurde vom Kreisjugendring Ebersberg im Rahmen seines Themenschwerpunktes „gegen Rechts“ konzipiert, um aufzuklären, was der Lebensborn tatsächlich war. Impulsgeber dabei war, dass das erste Lebensbornheim in Steinhöring, einer Gemeinde im Landkreis Ebersberg, eröffnet wurde und zeitweise auch Sitz des Vereins war.

Die Themenbereiche der Ausstellung umfassen die Rassenideologie der Nationalsozialisten, die Lebensborn-Ideologie, den Lebensborn e.V., Lebensbornheime, Aktivitäten im besetzten Ausland, Lebensborn in Steinhöring, den Alltag im Lebensbornheim, das Ende des Lebensborn e.V. sowie den Umgang mit der Vergangenheit.

 

Die Ausstellungseröffnung ist am Dienstag, den 11. April 2017, um 18:00 Uhr.

 

Ansprechpartnerin:

Dr. Verena Paul
Email vp@sdsaar.de