Des Weißen Mannes Bürde – Die Kolonisation Afrikas als Höhepunkt und Abschluss der europäischen Welteroberung

In großen Teilen der Welt herrschen willkürliche Gewalt des Staates gegen Bürger, Gewalt zwischen Bürgern und Gewalt zwischen Staaten. Dagegen leben die Bürger der demokratischen Rechtsstaaten in historisch nie dagewesener Sicherheit. Die an Gewalt armen Länder sind fast ganz oder überwiegend von Europäern oder aus Europa stammenden Menschen bewohnt, die an Gewalt reichen Länder von Menschen dunkler Hautfarbe. Bei oberflächlicher Betrachtung scheint dies die Lehre von der Ungleichheit der Rassen zu bestätigen: Je hellhäutiger die Menschen, desto besser die Verhältnisse, und umgekehrt. Gegen diesen Trugschluss setzt die Ausstellung zivilisationsgeschichtliche Aufklärung, indem sie Entwicklungslinien und Brüche aufzeigt. So haben die Europäer in der Neuzeit einerseits in einem langen, widersprüchlichen und immer wieder zurückgeworfenen Prozess – nach der Überwindung der Zivilisationskatastrophen des 20. Jahrhunderts – die Herrschaft der Menschen- und Bürgerrechte und den zwischenstaatlichen Frieden für sich und unter sich durchgesetzt. Andererseits haben sie in den von ihnen unterworfenen Regionen in Übersee Demokratien auf dem Land vernichteter Urbevölkerungen errichtet oder traditionale Gesellschaften erschüttert und untergraben. Dabei wurden diesen Menschen jedoch nicht die sozialen Voraussetzungen zur Entwicklung gewaltarmer Staatsformen geschaffen.

Die Ausstellung wurde von Dr. Hans Horch unter Mitarbeit von Lamine Conté und Dr. Victor Séwanou Edorh vom e. V. Haus Afrika erarbeitet. Sie wird von der Stiftung Demokratie Saarland in Kooperation mit Vhs und Haus Afrika veranstaltet.

Hier wird dargestellt, mit welchen Mitteln Europäer im Verlauf der Neuzeit fast die gesamte Welt eroberten: Sie wandten ihre überlegenen Waffen skrupellos an, schürten alte Feindschaften, brachen Widerstand durch Terror, vernichteten Bewohner der eroberten Gebiete und setzten sich und afrikanische Sklaven an ihre Stelle. Zudem zerstörten sie althergebrachte Gemeinwesen und unterwarfen die Menschen der Leibeigenschaft oder anderen Formen der Zwangsarbeit.

Dieser Teil dokumentiert die Eroberung Afrikas südlich der Sahara durch militärische Gewalt, Verschärfung und Ausnutzung interner Gegensätze sowie den Raub des fruchtbarsten Ackerlandes. Durch diese Enteignungen und die Anlage von Bergwerken und Plantagen wurden den afrikanischen Bauern die Lebensgrundlagen genommen und ihre alten Gesellschaftsformationen erschüttert.

Hier zeigt die Ausstellung, wie die Befürworter der Kolonialpolitik zur Zeit der Eroberung Afrikas mit den damals neuen Mitteln der "Massenmedien" und der entstehenden Vergnügungsindustrie rassistische Propaganda zur Rechtfertigung ihrer Grausamkeit verbreiteten – bis in Schulen und Kinderzimmer hinein.

Der abschließende Teil erinnert daran, dass sich auch kritische Stimmen erhoben haben – zunächst gegen die Sklaverei und später gegen besondere Gräuel, selten auch gegen die Kolonisation überhaupt.

Informationen zur Ausstellung

38 Bildtafeln DIN A 1 in drei Verpackungskartons à 86 x 20 x 65 cm (B x T x H) 

Wir stellen folgenden Service zur Verfügung:
◾Kostenlose Überlassung der Ausstellung für die Dauer von 4-8 Wochen an weiterführende Schulen
◾Es besteht die Möglichkeit, alle Klassen und Kurse ab Jahrgangsstufe 8 in Ihrer Schule von Referenten des Veranstalters durch einen Bildvortrag in die Ausstellung einzuführen. Die Einführung ist kostenlos und dauert eine Unterrichtsstunde.
◾Kostenlose Bewerbung (Flyer und Plakate)

Presseinformation

 

Ansprechpartner

Monika Petry (Terminvereinbarung)
Email mp(at)sdsaar.de

Heinz Melchior (technische Organisation)
Email hm(at)sdsaar.de