Tagesfahrt nach Frankfurt/M. und zur Paulskirche

Die Freiheitsbestrebungen und die Ideen der französischen Revolution lebten in der Zeit nach dem Hambacher Fest im Volke weiter und der Ruf nach Bürgerrechten und nach bürgerlichen Freiheiten war nicht mehr zu überhören. Als die Franzosen mit einer mutigen und spontanen Revolution ihren damaligen König absetzten und verjagten,  brachen auch in Deutschland, vorwiegend im Westen, revolutionäre Bestrebungen aus. Die März-Revolution von 1848 brachte die Mehrzahl der alten Monarchen in Deutschland und in Österreich, der Habsburger Monarchie, in arge Bedrängnis. So musste sich der preußische König vor den gefallenen Landeskindern, die sein Militär erschossen hatte, in Berlin verbeugen und sie ehren.

Um sich ihre Kronen, Macht und beträchtliche Einkünfte und Privilegien zu erhalten, ließen die Fürsten die Wahl eines Parlamentes zu, welches in Frankfurt/Main, der alten freien Reichsstadt tagen sollte, um eine konstitutionelle Verfassung zu erarbeiten.

Als Tagungsort sollte die neu erbaute protestantische Paulskirche genutzt werden.

Die gewählten Parlamentarier aus allen deutschen Ländern (und aus Luxemburg)  arbeiteten einige Verfassungsvorschläge aus, je nach Zuordnung und Gesinnung der Abgeordneten. Es gab dort konservative Leute, aber auch radikale Republikaner und sie spannten einen weiten Bogen, der fast alle politischen Bestrebungen einbezog.

Das Paulskirchen-Parlament war jedoch eine Versammlung von Großbürgern, Professoren und Intellektuellen. Arbeiter und Handwerksgesellen kamen dort nicht vor.

Nach langwierigen Beratungen einigte man sich auf eine „kleindeutsche“ Verfassungslösung, d.h. es sollten Österreich-Ungarn und das aufstrebende Preußen mit dem Norddeutschen Bund getrennt werden und man bot dem Preußenkönig die Reichskrone an. Der König Friedrich Wilhelm IV. lehnte mit barschen Worten ab und in der Folge wurde das Parlament als aufgelöst betrachtet, die Stadt Frankfurt bot keinen Schutz mehr und die Parlamentarier mussten nach Stuttgart übersiedeln. Auch dort wurde das Parlament verfolgt und löste sich schließlich auf, nachdem die 48er Revolution in Wien schon blutig niedergeschlagen war und der als Parlamentär vom Paulskirchen-Parlament dorthin gesandte Robert Blum vom KuK Militär völkerrechtswidrig erschossen worden war.

Die Freischaren der Republikaner wurden vom vorwiegend preußischen Militär zusammen geschossen und es gab viele Opfer, politische Prozesse , weitere Unterdrückung sowie eine Welle von Auswanderungen, vorzugsweise in die Vereinigten Staaten von Amerika.

Die Vorschläge der Paulskirchen-Versammlung wurden hundert Jahre später wieder aufgegriffen und waren das Gerüst für das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

 

 

Teilnahmebeitrag: 25,00 Euro, die Abfahrt ist um 8:00 Uhr in Saarbrücken


Der Reisebegleiter:

Ulrich Andres, geb. 1940 in Bonn. Gelernter Sozialarbeiter mit langjähriger Erfahrung in sozialen Brennpunkten und der Jugend- und Kulturarbeit im Rheinland und in der Pfalz. Aktiv in gewerkschaftlicher und berufsständischer Arbeit auf Landesebene. Ab 1985 Angestellter der Landeshauptstadt Saarbrücken und Orientierung in die Erwachsenenbildung mit Schwerpunkt im regionalen grenzüberschreitenden Bereich und ab 1995 zur Senioren-Kulturarbeit. Seit Juni 2005 Rentner und weiterhin, auch ehrenamtlich, in der regionalen Kulturarbeit tätig.

in Kooperation mit der Landeshauptstadt Saarbrücken

Uli Andres

Uli Andres

Ulrich Andres

07. Juni 2013
08:00 Uhr

Frankfurt/M.

Studienfahrt