Tagesfahrt nach Rastatt

Besuch der „Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte“ im Rastatter Schloss

 

Der „Türkenlouis“, Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, ließ zu Beginn des 18. Jahrhunderts aus der reichen Kriegsbeute der Türken-Feldzüge in Rastatt ein Barock-Schloss nach Versailler Vorbild erbauen. 1842, nach dem Sieg über Napoleon, wurde Rastatt als Festung gegen Frankreich ausgebaut und nach neuen militärischen Erkenntnissen in 7 Jahren befestigt.

Nach der Niederschlagung der Paulskirchen-Bewegung durch die wiedererstarkten deutschen Fürsten erhoben sich in ganz Deutschland mit Ausnahme der preußischen Ostgebiete die demokratischen Vereine und Bürgerbewegungen zum Protest.

Auch einzelne Garnisonen des Militärs erklärten sich für die neue Verfassung. Besonders in Baden, dessen junger Großherzog als einziger der deutschen Fürsten die neue Verfassung anerkannte, kam es zu großen Volksaufläufen und es sammelten sich dort die revolutionär gesinnten Bürger, die glaubten, man könne die neue Ver-fassung mit Gewalt durchsetzen. Baden hatte 400 Ortsvereine der Volksbewegung mit 35.000 Mitgliedern, viele davon Honoratioren, die sich für die Rettung der Reichsverfassung einsetzten. An einer Volksversammlung in Offenburg hatten am 12. Mai 1849 rund 30.000 Menschen teilgenommen und einen 12-köpfigen Landes-Ausschuss als Regierung gebildet.

Am gleichen Tage hatten sich die Soldaten und Offiziere der Festung Rastatt der Aufstandsbewegung angeschlossen und wollten die in den dortigen Kerkern einsitzenden politischen Gefangenen befreien. Sofort begab sich der neu gewählte Landes-Ausschuss nach Rastatt und übernahm in Baden die Macht, unterstützt von einer offensichtlichen Mehrheit der Bevölkerung. Der Großherzog und seine Regierung flohen nach Mainz. Für die Preußen, welche die anti-demokratische Bewegung dominierten, ein Anlass, gegen die badischen Demokraten, die Zulauf aus vielen deutschen Gebieten erhielten, mobil zu machen.

Mitte Juni 1849 begann die preußische Berufsarmee mit ihrem Angriff auf die demokratischen Freischärler, siegte auf der ganzen Linie und schloss die Reste der badischen Revolutionsarmee in der Festung Rastatt ein. Fast 4 Wochen widerstanden die Demokraten, dann brach am 23. Juli 1849 die badische Republik zusammen.

Wer konnte, floh über den Rhein nach Frankreich oder in die nahe Schweiz.

 

Damit war die deutsche Freiheitsbewegung endgültig niedergeschlagen und erst 1918 nach der Katastrophe des ersten Weltkrieges, konnten sich die Deutschen der Fürstenherrschaft entledigen.

Das Rastatter „Freiheits-Museum“ wurde vom damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann feierlich eröffnet.

Die Stadt Rastatt, das „Freiheits-Museum“ und eine wieder ausgegrabene Bastion der alten Festung sollen besichtigt werden.

Teilnahmebeitrag: 25,00 Euro, die Abfahrt ist um 8:00 Uhr in Saarbrücken


Der Reisebegleiter:

Ulrich Andres, geb. 1940 in Bonn. Gelernter Sozialarbeiter mit langjähriger Erfahrung in sozialen Brennpunkten und der Jugend- und Kulturarbeit im Rheinland und in der Pfalz. Aktiv in gewerkschaftlicher und berufsständischer Arbeit auf Landesebene. Ab 1985 Angestellter der Landeshauptstadt Saarbrücken und Orientierung in die Erwachsenenbildung mit Schwerpunkt im regionalen grenzüberschreitenden Bereich und ab 1995 zur Senioren-Kulturarbeit. Seit Juni 2005 Rentner und weiterhin, auch ehrenamtlich, in der regionalen Kulturarbeit tätig.

in Kooperation mit der Landeshauptstadt Saarbrücken

Uli Andres

Uli Andres

Ulrich Andres

28. Juni 2013
08:00 Uhr

Rastatt

Studienfahrt

Saskia Guthörl
Telefon: 0681 - 906 26 - 22