Die Ambivalenz der deutsch-amerikanischen Beziehungen: Zwischen NSA-Skandal und „Obamania“

Nach einer schweren Krise der transatlantischen Beziehungen in Folge des Irakkriegs 2003 gelang es dem 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barack Obama, neues Vertrauen für die Außen- und Sicherheitspolitik der USA bei den Partnern in Europa zu gewinnen. Umfragen zeigen, dass Obama gerade in der deutschen Öffentlichkeit ein hohes Ansehen genießt. Allerdings drückt sich der von Obama angekündigte Wandel im internationalen Bereich eher in rhetorischen Gesten und symbolischer Politik aus. Substantiell unterscheidet sich die Außen- und Sicherheitspolitik Obamas kaum von derjenigen G.W. Bushs. Dessen Nachfolger setzt auch weiterhin auf militärische Mittel im Kampf gegen den internationalen Terrorismus und erhöhte z.B. den Einsatz von bewaffneten Drohnen erheblich. Das gilt auch hinsichtlich der Balance zwischen Freiheit und Bürgerrechten einerseits und der Abwehr von Bedrohungen andererseits. Nicht zuletzt das Bekanntwerden der Dimensionen des US-Sicherheitsapparats im Zuge des NSA-Skandals zeigt, dass die nationale Sicherheit auch bei Obama oberste Priorität hat.

Welche gesellschaftlichen Ursachen hat diese „Priorisierung von Sicherheit“? Welche Möglichkeiten haben Europa und Deutschland in diesem Zusammenhang, auf die amerikanische Politik einzuwirken? Inwiefern beeinflussen Strömungen wie die Tea Party den innenpolitischen Prozess? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für eine demokratische Kontrolle von Außen- und Sicherheitspolitik und die deutsch-amerikanischen Beziehungen?

 

In Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut Saarbrücken

ReferentIn:

Florian Böller, Dr. Werner Kremp

Florian Böller studierte Politische Wissenschaft, Geschichte und Volkswirtschaftslehre in Heidelberg und Kopenhagen. Seit dem Magister-Abschluss 2008 arbeitet er am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen bei Prof. Jürgen Wilzewski an der Technischen Universität Kaiserslautern. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen US-Außenpolitik, transatlantische Beziehungen sowie Abrüstungs- und Rüstungskontrollpolitik. Im Rahmen seines Dissertationsprojekts untersucht er die Rolle des amerikanischen Parlaments in der militärischen Interventionspolitik. Forschungsaufenthalte führten ihn an die San Francisco State University und die University of Wisconsin, Madison. 2012 erschien ein Sammelband herausgegeben von Florian Böller und Jürgen Wilzewski zur Präsidentschaft Barack Obamas („Weltmacht im Wandel“, WVT-Verlag Trier).

22. März 2014
09:00 Uhr bis
16:30 Uhr

Bildungszentrum der Arbeitskammer
Am Tannenwald 1
66459 Kirkel

Seminar

Saskia Guthörl
Telefon: 0681 - 906 26 - 22