Migranten - Neue Aspekte der Integrationspolitik

Die schwierige Suche nach einer neuen Identität

Mehr als 40 Jahre nach der ersten Einwanderungswelle von Migranten ist

der Eindruck entstanden, dass die Integrationspolitik in Deutschland

gescheitert ist. Sprachkurse, Beschäftigungsmöglichkeiten, Bildungs- und

sonstige Programme sind nicht ausreichend verbreitet und haben nicht

den gewünschten Erfolg gezeigt. Drohungen, Druck und Sanktionen, die

von Zeit zu Zeit von der Politik formuliert werden, klingen wie hilfslose

Ausdrücke einer verfehlten Politik. Auf der Suche nach neuen Wegen, um

das Problem zu verstehen und Lösungsansätze zu entwerfen, richtet sich

der Blick zunehmend auf subjektive Aspekte der Integrationspolitik, die

bisher wenig Beachtung gefunden haben. In der letzen Zeit fragen sich z.

B. Regierungsinstanzen, in wie weit »die Bereitschaft der Menschen ohne

Migrationshintergrund, sich der wachsenden Vielfalt zu öffnen«, ein

entscheidender Faktor für den Erfolg einer Integrationspolitik ist. Genauso

wird allmählich deutlich, dass der Integrationsprozess sehr stark von der

Fähigkeit der Migranten geprägt wird, sich in der neuen Realität eine neue

Identität zu verschaffen; mit erkennbaren Zügen sowohl aus der ursprünglichen

Kultur als auch aus dem Aufnahmeland, damit Ressourcen

und Erfahrungen aus beiden Kulturen in einem kreativen Prozess

einfließen können. Nach einem Eingangsvortrag werden wir uns im

Seminar mit Berichten von Erfolgen und Misserfolgen von Migranten

beschäftigen, die den Versuch unternommen haben, mit Werten und

Vorstellungen beider Kulturen zu leben.

 

 

 

ReferentIn:

Dr. Fernando Espinoza, Dipl.-Soziologe

Dr. Fernando Espinoza:

Abitur in Dezember 1969 am Liceo San Pio X in Talca, Chile. Universitätsausbildung:

 

1970–1973 Fakultät für Sozialarbeit der Katholischen Universität

 

von Santiago, Chile. 1974–1978 Magisterstudium am Institut für

 

Soziologie der Universität Münster. 1979–1983 Promotion am Institut für

 

Soziologie der Universität Münster. 1993–1997 Weiterbildung als Gruppenanalytiker

 

am Institut für Gruppenanalyse in Heidelberg. 2000–2001

 

Ausbildung als gruppenanalytischer Supervisor.

12. Mai 2012
09:00 Uhr bis
16:30 Uhr

Eppelborner Hof
66571 Eppelborn

Seminar