Die USA im Ersten Weltkrieg, 1914-1919

Die USA traten erst 1917 in den Ersten Weltkrieg ein, und doch führte der „Europäische Krieg“ in Amerika bereits seit 1914 zu heftigen Kontroversen. Grund hierfür waren zum einen die diplomatischen Komplikationen, die sich im Anschluß an die Versenkung des Passagierdampfers Lusitania durch ein deutsches U-Boot im April 1915 ergaben, zum anderen das Engagement von Amerikanern im Kriegsgebiet. Tausende brachen auf eigene Faust nach Europa auf, um dort als Ärzte, Krankenschwestern, Krankenwagenfahrer, Soldaten oder Kampfpiloten auf seiten Englands oder Frankreichs am Krieg teilzunehmen. Währenddessen mobilisierten deutschstämmige Amerikaner in den USA Freiwillige und Gelder für ihr einstiges Heimatland und protestierten irischstämmige Amerikaner gegen die englandfreundliche Politik der amerikanischen Regierung. Auf diese Weise führte der Erste Weltkrieg in den USA bereits vor 1917 zu einem heftig geführten Kulturkampf.

Erst eine Rekonstruktion dieser Auseinandersetzungen in der Neutralitätsphase ermöglicht es, die mitunter restriktive Politik der amerikanischen Regierung in der eigentlichen Kriegsphase zwischen 1917 und 1918 zu verstehen. Beispielsweise wurde ein Verbot deutscher Schulbücher erlassen. Angeführt vom amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson begannen sich die USA 1917 von ihrer traditionellen „isolationistischen“ Politik abzuwenden. Mit der Entscheidung für eine neue internationale Rolle ging im Inneren eine massive Stärkung der Rolle des Bundes einher – eine Transformation, die wichtige Aspekte des späteren New Deal unter Franklin D. Roosevelt vorwegnimmt.

Das eintägige Seminar soll dazu dienen, diese wichtige Phase der amerikanischen Geschichte nicht nur in ihrer diplomatiegeschichtlichen Bedeutung zu begreifen, sondern auch die gesellschaftliche und politische Transformation des Landes in den Blick zu nehmen. Wichtige Themen werden sein:

  •           Amerikanische Freiwillige in Europa, 1914-1917: Vorhut einer zögernden Nation?

  •           Deutsch-Amerikaner und der Erste Weltkrieg: Neutralität und Kriegserfahrung.

  •            Kriegseintritt und Wilson-Frieden

  •     Amerikanische Neutralität 1914-1917 und 1939-1940: Gemeinsamkeiten und Differenzen.

 

 

In Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut Saarbrücken

ReferentIn:

Privatdozent Axel Jansen, Wolfgang Tönnesmann

PD Dr. Axel Jansen ist Visiting Fellow am Wolfson College, Cambridge University. In seiner 2003 erschienen Dissertation (Individuelle Bewährung im Krieg: Amerikaner in Europa, 1914-1917) hat er sich dem Phänomen amerikanischer Freiwilliger im Ersten Weltkrieg gewidmet. 2011 erschien bei Campus seine analytische Biographie von Alexander Dallas Bache, des Architekten des amerikanischen Wissenschaftssystems im 19. Jahrhundert. Gemeinsam mit dem Soziologen Andreas Franzmann leitet er jetzt am Fachbereich Geschichte der Universität Tübingen ein von der Volkswagen-Stiftung gefördertes Forschungsprojekt. Das Projekt mit dem Titel „The Public Context of Science since 1970“ zielt auf die Entwicklung unterschiedlicher Forschungsfelder wie der Islamwissenschaft und der Stammzellenforschung, die sich mit einem großen öffentlichen und medialen Interesse konfrontiert sehen.

20. September 2014
09:00 Uhr bis
16:30 Uhr

Bildungszentrum der Arbeitskammer
Am Tannenwald 1
66459 Kirkel

Seminar

Saskia Guthörl
Telefon: 0681 - 906 26 - 22