Frauen im Islam

Oft wird der Islam mit Frauenfeindlichkeit in Verbindung gebracht, doch in seinen Ursprüngen ist er dies keineswegs. Bereits im Jahr 620 erhielten die Frauen im Einzugsbereich des Islams weitgehende Rechte, was zuvor undenkbar war und einer Revolution gleichkam, wurden Frauen doch bis dato auch von den Christen eher als halbmenschliche Wesen betrachtet. Mohammed selbst verurteilte die Ungleichheit zwischen Mann und Frau. Dennoch wurde diese ideelle Revolution in vielen Gegenden nicht oder nur unvollständig vollzogen; die Gesellschaften dort sind weiterhin streng patriarchalisch organisiert. Durch die derzeitige weltweite Migrationsbewegung bringen die Mitglieder dieser Gesellschaften ihr Rollenverständnis in Aufnahmeländer mit, in denen andere Regeln im Verhältnis von Männern und Frauen gelten. Hier erweist sich das beibehaltene Rollenverständnis als Integrationshindernis, das sich auf alle sozialen Bereiche, insbesondere aber auf das Bildungssystem, auswirkt. Von daher ist es besonders erfreulich, dass auch in Deutschland immer mehr Muslimas das Abitur machen und/oder ein Hochschulstudium abschließen.

In dem Seminar werden wir Gelegenheit haben, bei einem Erfahrungsaustausch darüber reichlich zu diskutieren.


Der/die ReferentIn:

Dr. Mustafa AkinDr. Mustafa Akin ist in der Türkei geboren; nach seinem Abitur kam er als Regierungsstipendiat in die BRD. Er studierte an der T.U Berlin und an der Universität des Saarlandes und promovierte zum Dr. rer. nat. der Geologie im Fachbereich Hydrologie. Nach seiner Promotion verbrachte Dr. Akin seine Militärdienstzeit in der Türkei, anschließend wurde er von der türkischen Regierung mit Projekten der Entwässerung im Lande beauftragt, unter anderem der Stadt Ankara. Nach seinem Ausscheiden aus dem Projekt kehrte er in die BRD zurück und arbeitete als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der T.U. Clausthal Zellerfeld. Seit Jahren beobachtet und analysiert Dr. Akin die geglückte oder missglückte Integration der Muslime. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit dem Thema "Verhalten der Kulturen in der globalen Zeit" (Interkulturalität) als Wissenschaft.
 

Omonyi Ogodo-BachOmoniyi Ogodo-Bach M.A., geb. in Nigeria, studierte Germanistik an der University of Ibadan. 1996 war sie Austauschstudentin an der Universität des Saarlandes und erwarb 2002 einen Master im Bereich Interkulturelle Kommunikation und europäische Studien an der Fachhochschule Fulda. Ihre Forschungsinteressen und Veröffentlichungen konzentrieren sich auf Familien und gesellschaftliche Entwicklung, Gender, Arbeit und Familien, soziale Ungleichheit, soziale Einrichtungen, Kultur sowie soziale Schichtung. Derzeit promoviert sie zu »Social Exclusion and Employment of women and female immigrants. The challenge in German society« und arbeitet als interkulturelle Expertin bei Concilia cct in Frankfurt; sie ist zudem Vorsitzende des Saarbrücker Vereins Interkulturelles Haus e.V..

ReferentIn:

Dr. Mustafa Akin, Omoniyi Ogodo-Bach, M.A.

01. April 2017
09:00 Uhr bis
17:00 Uhr

Politische Akademie
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Seminar

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21