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Chinas neue Rolle in der Welt

Die deutschen Interessen gegenüber China lassen sich auf zentrale Punkte konzentrieren: Zur Lösung globaler Probleme vom Klimawandel über Pandemien bis hin zur Energiesicherheit führt kein Weg an der aufstrebenden Weltmacht vorbei. Darüber hinaus hat die deutsche Außenpolitik – insbesondere vor dem Hintergrund unserer eigenen Geschichte – das Ziel, die Universalität der Menschenrechte als Grundkonstante in der von der „westlichen Welt“ propagierten internationalen Ordnung zu fördern. Dabei darf die deutsche Regierung keineswegs zum „Leisetreter“ werden, sondern muß weiterhin darauf dringen, daß eine friedliche, nachhaltige Lösung gefunden wird – aber ohne der chinesischen Seite aus wahltaktischen Gründen einen Gesichtsverlust zuzufügen. Das wäre in der gegenwärtig aufgeheizten Stimmung mehr als kontraproduktiv. Verfehlte Feindbilder, wie sie derzeit die politische Debatte in Deutschland prägen, tragen dazu nichts bei. In der Tibet-Frage kann Deutschland zeigen, wie sehr wir zur Lösung des Problems beitragen wollen – nicht durch Parolen in Lokalblättern, sondern hinter verschlossenen Türen.
Auszüge aus einem Standpunkt-Papier der DGAP vom Mai 2008


ReferentIn:

Prof. Dr. Eberhard Sandschneider

Prof. Dr. Eberhard Sandschneider

Prof. Dr. Eberhard Sandschneider

geb. 1955, studierte Anglistik, Klassische Philologie und Politikwissenschaft in Saarbrücken. Zwischen 1995 und 1998 lehrte er als Professor für Internationale Beziehungen an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz und übernahm 1998 er die Professur für Politik Chinas und Internationale Beziehungen an der Freien Universität Berlin. Von 1999 bis 2001 leitete er das Otto Suhr Institut als Geschäftsführender Direktor und war von 2001 bis März Dekan des Fachbereichs Politik und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin. Seit 2003 ist er Otto-Wolff-Direktor des Forschungsinstitutes der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP).

Zu seinen letzten Publikationen zählen unter anderem: „China-Europe Relations. Perceptions, Policies and Prospects“ (als Mitherausgeber), Routledge, 2007; „Globale Rivalen – Chinas unheimlicher Aufstieg und die Ohnmacht des Westens“, Hanser Verlag, 2007; „Is China’s military modernization a concern for the EU?“, in: Facing China’s rise – Guidelines for an EU-strategy, Chaillot Paper No. 94, 2006; „Empire – Veröffentlichungen der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP)“, Band 23, 2007.

16. März 2009
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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