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Gewalt von und an Migranten

ein Thema in der Einwanderungsdebatte

Deutschland ist seit 1945 zugleich ein Einwanderungs- und Auswanderungsland und wird dies in einer Welt, die immer näher zusammenrückt, auch bleiben. Einwanderung kann konfliktreich sein, für Einheimische und Zuwanderer. Das Versprechen einer friedlichen und die Menschenrechte achtenden Konfliktregulierung, das Deutschland mit dem Grundgesetz abgegeben hat, steht daher vor einer fortdauernden Bewährungsprobe. Öffentliche Meinung und politische Initiativen werden zumeist von spektakulären Gewalttaten bestimmt. Kriminalitätsstatistiken zeichnen demgegenüber ein weniger dramatisches Bild. Gleichwohl müssen fremdenfeindliche Gewalt und die Probleme in der zweiten Generation einiger Einwanderungsgruppen Anlass sein, sich ein Bild von den zu Grunde liegenden Konfliktlagen zu machen. Gewalt ist nicht nur Folge von Konflikten, sondern erzeugt als öffentliches Ereignis neue feindselige Einstellungen und Konflikte, die rasch eskalieren können, wie sich auch in anderen Ländern gezeigt hat.
Der Vortrag stellt den Stand der Forschung dar und will die Präventionsmöglichkeiten prüfen.

ReferentIn:

Prof. Dr. Roland Eckert

Prof. Dr. Roland Eckert

Prof. Dr. Roland Eckert

geb. 1937, Professor für Soziologie an den Universitäten in Köln und Trier, 2004 emeritiert. Forschungsschwerpunkte: Jugend und Schule, Gewalt, Konflikt und Konfliktregulierung, Extremismus. Mitglied im Gremium zur Erstellung der Sicherheitsberichte der Bundesregierung (PSB), in den Beiräten des BLK-Programms „Demokratie lernen & leben“, der Arbeitsstelle „Kulturelle Konflikte und Integration“ am Wissenschaftszentrum Berlin, des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld, des „Bündnis für Demokratie und Toleranz – Gegen Extremismus und Gewalt“ der Bundesregierung.

 

euere Veröffentlichungen: Von den Krisenkommissionen zur Dauerberichterstattung: Wirkungen und Probleme von vierzig Jahren Gewalt- und Konfliktforschung. In: Reulecke, Jürgen / Roelcke, Volker (Hg.): Wissenschaften im 20. Jahrhundert: Universitäten in der modernen Wissensgesellschaft. Franz Steiner Verlag, Stuttgart, S. 207-216.

Violent Events and Collective Identity. In: Finklestein, Michal; Dent-Brown, Kim (Eds.): Psychosocial Stress in Immigrants and in Members of Minority Groups as a Factor of Terrorist Behavior. Nato Science for Peace and Security Series. E: Human and Societal Dynamics – Vol. 40. IOC Press, Amsterdam, pp. 16-22.

25. Oktober 2010
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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