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Kulturelle Homogenität und aggressive Intoleranz

Eine Kritik der Neuen Rechten

Die Gesellschaften des Nordens sind durch andauernden Einwanderungsdruck, das Fiasko des marktradikalen Wirtschaftsmodells und die Verschärfung öffentlicher und privater Armut verunsichert. In dieser Situation verkündet eine „Neue Rechte“ die Rückbesinnung auf kulturelle und völkische Homogenität. Aufgrund liberaler und humanitärer Dekadenz habe Europa dem Islam nichts mehr entgegen zu setzen, der überlebensnotwendige Aggressionstrieb (Lorenz) sei in Deutschland erlahmt. „Schuldkult“, „Schuldlust“ und „Schuldstolz“ hätten das Selbstbewusstsein der Deutschen gebrochen, so dass sie nicht mehr zwischen Freund und Feind (Carl Schmitt) unterscheiden könnten.
Mit diesen und weiteren Thesen versucht die Neue Rechte zu revidieren, was Deutschland aus dem 20. Jahrhundert lernen musste: dass die Reduktion der Politik auf Freund-Feind-Beziehungen und die Verabsolutierung des Kollektivs, dem Menschen sich zurechnen, letztendlich in Massenmorde und Massenvernichtung führt.
In dem Vortrag sollen die Argumente dieser Gesellschaftskritik nachgezeichnet und mit den heutigen Erkenntnissen über kulturelle Heterogenität und Konfliktregulierung konfrontiert werden.

ReferentIn:

Prof. Dr. Roland Eckert

Prof. Dr. Roland Eckert

Prof. Dr. Roland Eckert

geb. 1937, Dr. phil., Professor für Soziologie an der Universität Trier. Forschungsschwerpunkte: Jugendcliquen und Schule, Gewalt, Konflikt und Konfliktregulierung, Extremismus. Mitglied in dem Beirat des Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt.

14. November 2011
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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