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Politische Entfremdung und Rechtsradikalismus

Wie hängen politische Entfremdung und Rechtsradikalismus zusammen? Um dieser Frage nachzugehen, werden zum einen statistische Ergebnisse aus den sogenannten „Mitte-Studien“ zu rechtsextremen Einstellungen in Deutschland präsentiert. Andererseits liegt der Fokus auf der Analyse politischer Entfremdungsprozesse entlang exemplarischer Fallbeispiele aus biographischen Einzelinterviews. In der Analyse werden politische Orientierungen mit biographischen Verläufen und Handlungsmustern sowie Deutungen gesellschaftlicher (Un-)Ordnung in Beziehung gesetzt. Dabei zeigt sich, dass politische Entfremdung und die Herausbildung antidemokratischer Einstellungen als Folge einer „Entortung“ - sich nicht (mehr) der Gesellschaft zugehörig zu fühlen bzw. umgekehrt einen gesellschaftlich anerkannten Ort für sich zu reklamieren - verstanden werden können.

ReferentIn:

Dipl.-Soz. Marliese Weißmann

Dipl.-Soz. Marliese Weißmann

Dipl.-Soz. Marliese Weißmann

studierte von 2001 bis 2008 Soziologie, Psychologie und Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Leipzig und Nantes (Frankreich). Die Diplom-Soziologin arbeitete in verschiedenen universitären Forschungsprojekten zu Prekarität, Arbeitsmigration und Rechtsextremismus. Sie interessiert sich u.a. für den Wert bzw. die Bedeutung von Arbeit, gesellschaftliche Zugehörigkeit und politische Einstellungen. In ihrem von der Friedrich-Ebert-Stiftung geförderten Dissertationsprojekt untersucht sie In- und Exklusion von Arbeitslosen. Im Jahre 2012 war sie Koautorin der Studie „Die Mitte in der Krise. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010“, 2013 erschien der Artikel „Economic Wealth as ‘Narcissistic filling‘: A missing link between political attitudes and right wing authoritarism“ (gemeinsam mit Oliver Decker, Katharina Rothe, Johannes Kiess und Elmar Brähler).

10. März 2014
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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