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Terrorismus, Krieg und Ethik

“Was dem einen ein Terrorist ist, ist dem anderen ein Freiheitskämpfer” ist ein Gemeinplatz in der Diskussion über Terrorismus. Um Doppelmoral und das Messen mit zweierlei Maß zu vermeiden, sind klare Definitionen notwendig, meint Uwe Steinhoff. Er definiert Terrorismus als eine bestimmte Form der absichtlichen, schwerwiegenden Verletzung moralischer Rechte. Danach sind längst nicht alle Taten, die im Westen üblicherweise als terroristisch bezeichnet werden, tatsächlich Terrorismus, und gewisse Handlungen, die gern anders bezeichnet werden, sind es sehr wohl. Darüber hinaus gibt es Gründe, mit denen Terrorismus unter Umständen gerechtfertigt werden kann, einer davon ist der sogenannte “rechtfertigende Notstand”, auf den Uwe Steinhoff näher eingehen wird. Und er wird darlegen, dass konventioneller Krieg Terrorismus und selbst Folter nähersteht, als manche glauben möchten, die den Terrorismus verurteilen, aber den Krieg erlauben wollen.

ReferentIn:

Prof. ass. Dr. Uwe Steinhoff

Prof. ass. Dr. Uwe Steinhoff

Prof. ass. Dr. Uwe Steinhoff

ist Associate Professor am Department of Politics and Public Administration der Universität Hongkong und Senior Research Associate im Oxford University Programme on the Changing Character of War. Er hat zahlreiche Artikel in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht, unter anderem in "Journal of Ethics", "Philosophical Quarterly", "Philosophical Forum", "Ethical Theory and Moral Practice", "Journal of Military Ethics" und "Journal of Political Philosophy". Zudem ist er Autor der Bücher „Effiziente Ethik“, „Zur Ethik des Krieges und des Terrorismus“ und „Kritik der kommunikativen Rationalität“. Die beiden zuletzt genannten Schriften erschienen in englischer Übersetzung auch bei Oxford University Press. Kürzlich veröffentlichte er „On the Ethics of Torture“.

26. Mai 2014
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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