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Willy Brandt, John F. Kennedy und die USA

Zum Amerikabild eines Sozialdemokraten

Schon zeitgenössisch wurde Willy Brandt mit dem amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy verglichen. Brandt selbst lehnte sich insbesondere in den frühen 1960er Jahren an Kennedys politischen Stil an und versuchte, dessen Wahlkampfstrategie zu übernehmen. Nicht nur für Brandt stand der jugendliche Präsident für Dynamik, Fortschritt und Bürgernähe. Die Berlin- und Deutschlandpolitik des Präsidenten stand jedoch zunächst in Widerspruch zum Ansatz Brandts. Erst nach und nach näherten sich Kennedys entspannungspolitische Vorstellungen und Brandts Politik des Wandels durch Annäherung aneinander an. Trotz dieser Widersprüchlichkeiten nahm John F. Kennedy – über seinen Tod hinaus – eine ganz zentrale Rolle in Brandts Amerikabild ein. So stand Kennedy für Brandt für ein besseres Amerika, an dem sich nachfolgende Präsidenten stets messen lassen mussten.

In Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut Saarbrücken (DAI)

ReferentIn:

Dr. Judith Michel

Dr. Judith Michel

Dr. Judith Michel

geb. 1979, wurde 2008 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit einer Arbeit über „Willy Brandts Amerikabild und -politik“ promoviert. Dort arbeitete sie von 2008 bis 2010 als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Forschungsprojekt zur Geschichte der Familie Quandt. Von 2011 bis 2012 war sie am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin mit der Edition der „Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland“ beschäftigt. Seit 2013 arbeitet sie erneut an der Universität Bonn in einem Forschungsprojekt zur „Geschichte des Pharmaunternehmens Merck“. Ihre Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Transatlantische Beziehungen im 20. Jahrhundert, Emotionsgeschichte und Unternehmen im Nationalsozialismus.

25. November 2013
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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