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Wir sind alle gewaltbereit

Die Probleme der Gewalt sind immer noch sehr dunkel“, schrieb Hannah Arendt vor rund 40 Jahren, und vor zehn Jahren konnte man im Sonderheft der „Deutschen Zeitschrift für Soziologie“ lesen, daß sich daran nicht viel geändert habe. Dabei ist das 20. Jahrhundert ein Jahrhundert extremer Gewalt gewesen: Kriege, Völkermord, politischer Terrorismus - sowohl politische wie individuelle Gewalt sind ein Thema, das uns in den Medien, in der Innen- wie Außenpolitik, im Alltag ständig beschäftigt.
Daß Menschen - und eben auch die nahezu sprichwörtlichen „ganz normalen“ Menschen - zur Gewalt fähig sind, ist eine Einsicht, die nicht mehr mit ungläubigem Erstaunen zur Kenntnis genommen werden sollte. Vielmehr ist zu fragen, unter welchen Bedingungen Menschen in welcher Form gewalttätig werden und - interessanter noch - wann sie es nicht werden.

ReferentIn:

PD Dr. phil. Birthe Kundrus

PD Dr. phil. Birthe Kundrus

PD Dr. phil. Birthe Kundrus

geb. 1963. Historikerin, 1993 Promotion an der Universität Bielefeld, seit 2002 Privatdozentin an der Universität Oldenburg, seit 2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Theorie und Geschichte der Gewalt des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Neuere Veröffentlichungen: Moderne Imperialisten: Das Kaiserreich im Spiegel seiner Kolonien (Münster 2003); Kolonialphantasien: Zur Kulturgeschichte des Deutschen Kolonialismus (Frankfurt/New York 2003); mit Henning Strotbek, "Genozid". Grenzen und Möglichkeiten eines Forschungsbegriffs – ein Literaturbericht, in: Neue Politische Literatur, 2006, Nr. 2-3, S. 397-423.

22. Juni 2009
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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