Homosexuelle unter dem Hakenkreuz:

Die Verfolgung von Homosexuellen im Dritten
Reich

Die Nationalsozialisten spalteten die Gesellschaft in „Volksgenossen“ und „Gemeinschaftsfremde“. Homosexuelle gehörten zur zweiten Gruppe. Auch wenn es – vergleichbar zu den Juden – die totale Auslöschung von Schwulen und Lesben nicht gab, wurde das Leben der Betroffenen auf das Schwerste bedroht. Mehrere Tausend endeten in den Konzentrationslagern, Zehntausende in Gefängnissen und Zuchthäusern, viele mussten in die sogenannte freiwillige Kastration einwilligen. Aber selbst die unentdeckten Homosexuellen bezahlten einen hohen Preis, da sie in ständiger Angst vor Entdeckung und Denunziation leben mussten. In seinem Vortrag wird unser Referent zeigen, wie die Nazis das Rad der Geschichte buchstäblich zurückdrehten, den §175 verschärften, und wie auch die Bundesrepublik Deutschland jahrzehntelang die Liebesbeziehungen von Lesben und Schwulen diskriminierte und über 50.000 Schwule mit Gefängnis bestrafte. Eine späte Anerkennung des zugefügten Leids erfolgte erst im Mai 2017 durch die Rehabilitierung und Entschädigung von §175-Opfern in der frühen Bundesrepublik.

Vortrag im Rahmen der Ausstellung "Lesbisch, jüdisch, schwul" (20. Januar bis 23. März 2018)

Referent:

Dr. Burkhard Jellonnek

studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Münster. Promoviert wurde er mit einer Arbeit über „Homosexuelle unter dem Hakenkreuz. Studien zur Verfolgung von Homosexuellen durch Polizei, Justiz und Medizin im 3. Reich“. Zusammen mit Prof. Dr. Rüdiger Laumann legte er die Aufsatzsammlung „Verdrängt und ungesühnt. Nationalsozialistischer Terror gegen Homosexuelle“ vor. Von 1995 bis 2014 leitete er die saarländische Landeszentrale für politische Bildung und organisierte die Kongresse „Wider das Vergessen“ (1996) und „Sexuelle Demokratie. Staatsbürgerrechte für Schwule, Lesben, Transidente und Andere“ (2004). Seit 2014 ist Burkhard Jellonnek Leiter des Landesinstituts für Pädagogik und Medien.

19. Januar 2018
18:00 Uhr

Politische Akademie der SDS
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Dr. Verena Paul
Telefon: 0681 - 906 26 - 24

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