Militärisch-Industrieller Komplex?

Rüstungsgüterbeschaffung für die Bundeswehr im Kalten Krieg

Aufgedeckte Fehlentwicklungen und Missstände bei der Beschaffung von Rüstungsgütern für die Bundeswehr schrecken die deutsche Öffentlichkeit immer wieder auf. Dabei werden in den Diskussionen häufig Begriffe aus der Zeit des Kalten Krieges verwendet, etwa der des „militärisch-industriellen Komplexes“. Insbesondere dieser Begriff, der in gesellschaftskritischen Analysen zur Beschreibung der engen Interessenverbindungen zwischen Vertretern aus Politik, Militär und Wirtschaft Verwendung findet, ist für die Verhältnisse in Deutschland allerdings nicht angemessen. Ein alternatives, den deutschen Gegebenheiten entsprechendes Modell ist bislang jedoch nicht entwickelt worden. In seinem Vortrag wird Dieter H. Kollmer – am Beispiel der Beschaffung von Wehrmaterial für die Bundeswehr während des Ost-West Konfliktes – darlegen, dass es sinnvoller ist, vom „Rüstungsinterventionismus“ der deutschen Politik zu sprechen.

Referent:

Oberstleutnant Dr. Dieter H. Kollmer

geb. 1964 in Hamburg. Nach dem Studium der Geschichte und Volkswirtschaftslehre in Freiburg, Basel und Dresden promovierte er 1998 zur Rüstungsgüterbeschaffung in der Aufbauphase der Bundeswehr. Später war er Dozent für Militärgeschichte an der Offizierschule des Heeres in Dresden und in verschiedenen Funktionen am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam sowie im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn tätig. Zudem absolvierte er eine weiterführende Ausbildung an der Führungsakademie in Hamburg und am Joint Forces Staff College in Norfolk, Virginia/USA. Gegenwärtig ist Dieter H. Kollmer Fachprojektleiter „Geschichte der Bundeswehr“ am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam und Dozent für Militärgeschichte im Masterstudiengang „War and Conflict“ an der Universität Potsdam. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen, etwa des Sammelbandes „Militärisch-Industrieller Komplex? Rüstung in Europa und Nordamerika nach dem Zweiten Weltkrieg“ (2015).

24. April 2017
18:00 Uhr

Politische Akademie
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Dr. Verena Paul
Telefon: 0681 - 906 26 - 24

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