1918: Frankreich ist zurück

Eine Ausstellung des Département Moselle vom 18. Oktober 2019 bis 17. Januar 2020 in der Politischen Akademie

Lothringen war ebenso wie das Elsass seit dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 Zankapfel zwischen den beiden Ländern. Vor diesem geschichtlichen Hintergrund beleuchtet die Ausstellung das Ende des Ersten Weltkriegs aus deutscher, primär aber aus französischer Perspektive. Dabei wird der zeitliche Bogen von der Situation in den letzten Kriegsmonaten mit dem Rückzug der deutschen Truppen und der Rückeroberung Lothringens durch Frankreich, über den Waffenstillstand am 11. November 1918, bis zu den Nachkriegsjahren geschlagen, als zahlreiche deutschstämmige Bewohner Lothringen verließen.

Anhand von Briefen, Urkunden und zahlreichen historischen Fotografien veranschaulicht die Ausstellung das Alltagsleben Lothringischer Familien um 1918, als diese durch den lang andauernden Krieg vollkommen zermürbt waren. Trauer um die Toten und die Sorge um die Verletzten sowie die Zerstörungen der Dörfer durch Kampfhandlungen und Luftangriffe lasteten schwer auf den Menschen. Mit Ende des Krieges kamen weitere Herausforderungen auf die Menschen zu. So zeichnet die Ausstellung etwa die Auseinandersetzungen über die Sprache im damaligen Lothringen nach und thematisiert die problembehaftete französischen Identität der Lothringer. Denn auf der Basis des Versailler Vertrages musste die französische Identität von den Einwohnerinnen und Einwohnern nach bestimmten Kriterien nachgewiesen beziehungsweise erworben werden.

Schließlich wird die besondere Rolle des damaligen Saargebietes („Territoire de la Sarre“) dargestellt, das gemäß des im Versailler Vertrag fixierten Saarstatuts von 1920 bis 1935 unter UN-Mandat stand. Dahingehend befanden sich bis zur Volksabstimmung 1935 die saarländischen Kohleminen („Mines domaniales françaises de la Sarre“) in französischem Besitz und standen unter französischer Verwaltung. Nach 47-jähriger Zugehörigkeit zum Deutschen Reich weist die Ausstellung aber auch umgekehrt auf die Schwierigkeiten der lothringischen Industriebetriebe hin, die bis 1918 in die deutschen Wirtschaftskreisläufe integriert waren und nun einen Neuanfang wagen mussten.

Die zweisprachige Ausstellung erhielt das offizielle EU-Label 2018: Europäisches Jahr des Kulturerbes.

 

Die Ausstellungseröffnung ist am Donnerstag, den 17. Oktober 2019, um 18:00 Uhr.

 

Ansprechpartnerin:

Dr. Verena Paul
Email vp@sdsaar.de