Marlene Dietrich. Die Diva. Ihre Haltung. Und die Nazis

Wanderausstellung der Gedenkhalle Oberhausen (unterstützt von der Marlene Dietrich Collection Berlin) vom 06. November 2020 bis 27. Januar 2021 in der Politischen Akademie

Marlene Dietrich (1901-1992) war der erste deutsche Weltstar. Wer kennt sie nicht als Lola Lola aus dem Filmklassiker "Der blaue Engel" oder hat nicht schon einmal "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" gehört? Bis heute verbinden sich mit ihr viele schillernde Bilder und partiell sehr gegensätzliche Vorstellungen: Sexsymbol und Mutter, Schauspielerin und Sängerin, Ehefrau und Geliebte, Kunstfigur und Stilikone, Weltstar und Diva.

Einen weniger beachteten Bereich ihres Lebens thematisiert die von der Gedenkhalle Oberhausen realisierte und von der Marlene Dietrich Collection Berlin unterstützte Wanderausstellung: Marlene Dietrichs entschiedene Haltung gegenüber den Nationalsozialisten und ihr angespanntes Verhältnis zu Deutschland nach 1945. Und so mied sie ihre Heimat, ließ sich auf keine Zusammenarbeit mit den Nazis ein und unterstützte stattdessen deutsche Emigranten. 1939 wurde sie aus Überzeugung US-amerikanische Staatsbürgerin. Seit 1942 warb sie Kriegsanleihen für die USA ein, 1944 ging sie für die US-amerikanische Truppenbetreuung nach Europa, was ihr noch 1960 bei ihrer Deutschland-Tournee von Teilen der Öffentlichkeit vorgeworfen wurde. Aus diesem Grund kehrte Marlene Dietrich später nur noch selten in ihre Heimat zurück. Mitte der 1980er Jahre nahm die Diva Kontakt mit Beate und Serge Klarsfeld auf, deren Leistungen als "Nazi-Jäger" sie sehr bewunderte.

Die Ausstellung folgt dem Lebensweg Marlene Dietrichs von Deutschland in die USA, zu den Schauplätzen des Zweiten Weltkriegs bis zurück in Nachkriegsdeutschland und weiter nach Polen, Israel und schließlich Paris, wo sie 1992 starb. Anhand zahlreicher Dokumente, Fotografien und unbekannter Filmsequenzen wird nachgezeichnet, für welche Haltung diese auf vielfältige Weise faszinierende Frau stand. Über 60 Lebensjahre lässt sich ein roter Faden spannen, dem in dieser Ausführlichkeit bislang noch nicht nachgegangen wurde.

… eins muss ich Ihnen sagen, Sie konnten diese grosse Karriere machen, weil Sie ein Mensch waren und – was noch wichtiger ist – einer geblieben sind! … Und wenn ich etwas durch die Zeit und ihre enormen Umwälzungen gelernt habe, so ist es die Achtung vor dem Charakter, den man nie so genau entdeckt hat wie in solchen Tagen!

Max Kolpe alias Max Colpet an Marlene Dietrich am 1. August 1933 aus dem Pariser Exil

 

Die Ausstellungseröffnung ist am Donnerstag, den 05. November 2020, um 18:00 Uhr.

 

Ansprechpartnerin:

Dr. Verena Paul
Email vp@sdsaar.de