(Preis 10000 Euro)

 

Kommissarische Leiterin: Ulrike Kremp
E-Mail: bachschule-neunkirchen(at)web.de
Telefon: 06821 23455

 

Laudatio der Jury

Ingrid Kaiser
ehemalige pädagogische Leiterin der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden, "pädagogische Expertin" beim Deutschen Schulpreis, Schulberaterin; Frankfurt

Es gibt Schulen, die sich eine Bewerbung zum Saarländischen Schulpreis gar nicht zutrauen – sei es, dass sie sich erst am Anfang eines Aufbruchs mit vielen Unwägbarkeiten, Unvollkommenheiten und Unsicherheiten befinden; sei es, dass sie es sich nicht zutrauen, sich den kritischen Blicken von Experten zu stellen. Es ist wie auf einer Baustelle: Wer denkt bei der mühsamen Alltagsarbeit auf dem Gerüst an einen Architekturpreis? Eine solche Schule ist die Grundschule Bachschule Neunkirchen, die erst einen Anstoß, eine Ermunterung von außen brauchte, um sich für den Saarländischen Schulpreis zu bewerben.

Diese Schule liegt in einem Stadtteil der Stadt Neunkirchen, der durch eine sozial komplexe, multinationale und multikulturelle Lebenswirklichkeit und eine hohe Konzentration mehrfach belasteter Familien gekennzeichnet ist. Kann hier im Schulbereich Bemerkenswertes, Herausragendes, Preiswürdiges entstehen?
Es kann: Deutsch lesen, sprechen und schreiben können – davon hängt in der Schule fast alles ab, auf jeden Fall beim Start in die 1. Klasse. Die Kinder müssen sichere Deutschkenntnisse haben, bevor sie in die Schule kommen. Viele können dies aber nicht. Die Grundschule Bachschule bemüht sich daher um vorschulische Bildungsarbeit, wodurch Kinder mit Sprachschwierigkeiten so weit gefördert werden, dass sie in der ersten Grundschulklasse mitarbeiten können. Dies geschieht durch intensive Zusammenarbeit mit den umliegenden Kindergärten, mit dem Caritas-Verband, durch das Projekt „Sprungbrett“, durch den Vorkurs „Früh Deutsch lernen“.

Weiter: Alle reden von Leistung, aber kaum einer sagt, dass nicht nur Leistungsfähigkeit, sondern auch Leistungsbereitschaft bei Schulkindern herbeigeführt werden muss. Das geht bekanntlich nur über Erfolgserlebnisse, die Lust machen „auf mehr davon“. Leistung ist das Ergebnis von Erfolgsgeschichten. Und genau dies ist das pädagogische Glaubensbekenntnis der Bachschule. Es werden immer wieder neue Wege gefunden, wie die Kinder auf unterschiedliche Weise mit Freude und Neugier zum Erkunden, Forschen, Entdecken und Ordnen innerhalb und außerhalb der Schule herangeführt werden, um ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten entsprechend Zutrauen zu sich selbst zu gewinnen. Erst dann können sie auch etwas leisten.
Das Kollegium versteht es, mit großer Geduld und Konsequenz durch vereinbarte verbindliche Regeln und Rituale eine Lernatmosphäre zu schaffen, Schülerinnen und Schüler erst einmal dazu zu bringen, für sich und gemeinsam mit anderen lernen zu können. Von dieser Atmosphäre zeugt auch die vielseitig bunte Ausgestaltung der Schule mit Arbeiten, Berichten und damit Leistungsergebnissen der Schülerinnen und Schüler. Dies macht die Schule für die dort lebenden und lernenden Kinder zu einem Ort der Freude und der Anerkennung, sicherer Beziehungen zu Mitschülern und Lehrern und zu einem Ort, an dem sie sich gern aufhalten. Ihre Arbeit wird geschätzt, sie werden in ihrer Unterschiedlichkeit gesehen und gefördert und ihre Empfindungen, Erfahrungen und Fragen werden aufgenommen. „Was war das Schönste am Ausflug ins Schullandheim?“ „Dass wir so viel gelacht haben.“ Welch ein Kompliment von Kindern, die häufig wahrlich „nicht viel zu lachen haben“.
Das Kollegium hat aus sich heraus einen intensiven, mehrjährigen Entwicklungsprozess hinter sich, bei dem entscheidende Schritte pädagogischer Veränderungen erarbeitet wurden. Lehrerinnen und Lehrer haben durch diese gemeinsame Entwicklungsarbeit als ein für die Schule verantwortliches Team zu einer bemerkenswerten einheitlichen Linie gefunden, die das engagierte Klima der Schule prägt. Sie sind hier übrigens nicht nur Unterrichter und „Beibringer“, sondern Jugendbegleiter; sie fragen nicht nach den Grenzen ihres „Deputats“, sondern danach, was ein Kind und seine Eltern an Unterstützung benötigen.
Die Schule beschreitet viele Wege, um die Eltern zu erreichen, um mit ihnen gemeinsam über die notwendige Unterstützung bei der Erziehung und Bildung ihrer Kinder ins Gespräch zu kommen. Unterstützung erfährt die Schule dabei von engagierten Schülereltern, besonders auch vom Vertreter der türkisch-islamischen Gemeinde, der als Vermittler zwischen der Schule und denjenigen Eltern gewonnen wurde, die von der Schule nicht „erreicht“ werden. Nach dem Freitagsgebet spricht er zu und mit den Eltern, macht sie auf ihre Verantwortung aufmerksam und legt ihnen nahe, mit der Schule zusammenzuarbeiten. 

Man wird allmählich auf diese Grundschule aufmerksam. Sie zeigt Fähigkeiten und Möglichkeiten, dass auch bildungsbewusste Eltern und Eltern anderer Stadtteile planen, ihre Kinder hier anzumelden. Eine wichtige Voraussetzung dafür wird die Umwandlung zu einer gebundenen Ganztagsschule sein, die eine noch bessere Lern- und Arbeitssituation für Kinder möglich macht. Die Jury des Saarländischen Schulpreises wünscht der Grundschule Bachschule Neunkirchen, dass sie die Zustimmung vom Bildungsministerium erhält, und dem Kollegium, den Schülerinnen und Schülern, den Freunden und Förderern ein glückliches Gelingen.

Die Verleihung des diesjährigen Hauptpreises des Saarländischen Schulpreises bedeutet Dank für das Geleistete und Erreichte und Ermutigung für die Zukunft.

(Preis 3 330 Euro)

 

Leiter: Wolfgang Wagner
www.hwg-wadern.de
E-Mail: hwg(at)hwg-wadern.de
Telefon: 06871 90260 

 

Laudatio der Jury

Prof. Dr. Jörg Schlömerkemper
ehemaliger Professor für Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift PÄDAGOGIK; Göttingen 

Es hat sich eine Schule um den Schulpreis beworben, die sich in den Merkmalen, die eine gute Schule auszeichnen, von anderen Schulen der gleichen Schulform deutlich unterscheidet. Diese Schule hat sich selbständig gemacht und in vielen Diskussionen ein Konzept erarbeitet, das sie Schritt für Schritt umsetzen will. Dabei ist sie selbst der Meinung, dass noch viel getan werden muss. Aber die Lehrenden und die Lernenden sind auf dem Weg zu dem, was sie „wollen“, schon weit vorangekommen. Beeindruckend ist es, wie es der Schule insgesamt und einzelnen Lehrenden gelingt, Freiräume für neue Ideen zu schaffen und diese ggf. auch gegen Kritiker durchzusetzen. Aber im Grunde werden alle respektiert und in ihren persönlichen Eigenheiten und Ideen anerkannt, aber es wird auch toleriert, wenn jemand das Neue noch nicht so konsequent umsetzen mag oder umsetzen kann. So ist es im Leben und eben auch in einer Schule und eben auch in dieser Schule, von der ich hier rede.

Diese Vielfältigkeit geht aber keineswegs zu Lasten der Leistungen. Die Schülerinnen und Schüler werden mit hohen Anforderungen konfrontiert. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn die Schule hat bei Wettbewerben in verschiedenen Bereichen mehrere Anerkennungen bekommen.
Dass das so ist, ist offensichtlich darauf zurückzuführen, dass diese Schule zwar hohe Leistungsansprüche stellt, dass sie die Schülerinnen und Schüler aber nicht scheitern lässt (oder an eine ‚niedrigere‘ Schule verweist), sondern individuell oder in kleinen Gruppen über den regulären Unterricht hinaus fördert. Das machen zum Teil die Lehrenden, aber auch ältere Schülerinnen und Schüler. Hilfreich ist es dabei, dass diese Schule bis in den Nachmittag hinein für die Schülerinnen und Schüler offen ist.

Im Unterricht ging es in vielen Stunden, die wir besuchen konnten, eher „normal“ zu (so sagte es ein Schüler). Beeindruckt haben uns aber Situationen, in denen die Lehrenden alternative Konzepte von Lehren und Lernen verfolgt haben. Sie orientieren sich an Methoden des Lernens, die von herkömmlichem Unterricht abweichen: Es geht nicht in erster Linie darum, zuzuhören und auswendig zu lernen, was der Lehrer oder die Lehrerin ‚vorne‘ erzählt, sondern es wird einzeln oder in Gruppen erarbeitet, was an einem Thema oder einer Aufgabe wichtig ist. Im gemeinsamen Gespräch gehen die Lehrerinnen und Lehrer auf die Schülerinnen und Schüler ein, sie stellen den Stoff verständlich darf, sie lassen Zeit zum Lernen –  und wenn es einmal doch nicht gleich auf Anhieb klappt, dann gibt es die schon genannten Hilfestellungen von älteren SchülerInnen oder auch von LehrerInnen.

Und für alle Schülerinnen und Schüler ist diese Schule über den Unterricht hinaus attraktiv, weil sie sich hier treffen können und weil es viele Angebote und Aktivitäten gibt, die zu Hause so intensiv nicht möglich sind. Das geht von internen Arbeitsgruppen bis zu kulturellen Veranstaltungen, mit denen die Schule sich öffentlich darstellt.

Man lernt an dieser Schule manches, was man nach der Schule – später im richtigen Leben –  wird gebrauchen können: nämlich zu diskutieren, zu argumentieren, zu seiner Meinung zu stehen, aber auch auf die Argumente der anderen zu hören und zu Entscheidungen zu kommen, mit denen alle, oder zumindest die meisten einverstanden sein können.
Dass es auf dieser Welt  nicht überall so zugeht, wie im Saarland, das kann man an dieser Schule ganz konkret „erfahren“. Und „fahren“ ist dabei wörtlich gemeint: Es geht rund um den Globus – und aus fast allen Kontinenten kommen Schülerinnen und Schüler an diese Schule.

Preisträger des Saarländischen Schulpreises ist das Hochwaldgymnasium in Wadern.

(Preis 3 330 Euro)

 

Leiter: Volker Mittermüller
www.sfg-dillingen.de
E-Mail: info(at)sfg-dillingen.de
Telefon: 06831 767171

  

Laudatio der Jury

Irmela Freigang
Ministerialrätin a.D., ehemalige Leiterin des Referates für Gesamtschulen u.a. im Ministerium für Bildung des Saarlandes; Saarbrücken

Es gibt unter den Bewerbern um den Saarländischen Schulpreis eine Schule, die sich auf einen nicht einfachen Weg gemacht hat. Jede ihrer Schülerinnen und jeder ihrer Schüler soll am Ende der Schulzeit entsprechend ihren bzw. seinen Begabungen und Fähigkeiten auf das Leben danach vorbereitet sein. Das heißt, keiner wird zurückgelassen oder aufgegeben. Wie kann das gelingen? Man braucht ein überzeugendes pädagogisches Konzept, ein überdurchschnittlich engagiertes und vielseitig ausgebildetes Lehrerteam, das dies umsetzt, eine unterstützende und Freiraum gewährende Schulleitung, begeisterte Eltern und viele Kooperationspartner.

Der erste Eindruck der Jury beim Besuch in der Schule war: hier ist ein Ort des Lernens, an dem die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehen. Und offenbar sehen die Schüler - selbstbewusst und selbstständig - dies auch so. Treppenhaus, Flure, Klassen- und Kursräume spiegeln die Leistungen und die Kreativität der Schülerinnen und Schüler und besondere gemeinsame Erlebnisse wieder.

Der zweite Eindruck war: hier ist ein Ort, an dem Schülerinnen und Unterrichtende sich wohl fühlen, sich mögen, viel miteinander lachen, an dem Schülerinnen und Schüler sich etwas zutrauen, sich gegenseitig helfen und Lehrkräfte wissen, wie sie jeder Schülerin, jedem Schüler gerecht werden, im Sinne von fordern und fördern.
Wenn eine Schule sich entschieden hat, die Heterogenität der Schülerschaft zu nutzen für gemeinsames erfolgreiches soziales und fachliches Lernen, dann bedarf es entsprechender Maßnahmen wie z.B. ein förderliches Lernumfeld, projekt- und handlungsorientierter Unterricht, fächerübergreifendes, ganzheitliches und individualisiertes Lernen mit allen Sinnen. Und wenn eine Schule sich zum Ziel gesetzt hat, ihre Schülerinnen und Schüler auf das Leben nach der Schule vorzubereiten, bedarf es auch der intensiven Nutzung außerschulischer Lernorte, seien es die Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt, die Erkundung der Umgebung, Radtouren ins Umland, auch der gemeinsame Besuch eines Fußballländerspiels (am Wochenende), seien es die benachbarten Schulen oder Firmen, die den Schülerinnen und Schüler Praktikumsplätze anbieten und die Zuverlässigkeit der Schülerinnen und Schüler dieser Schule schätzen.  

Es ist eine offene Schule, auch im übertragenen Sinne. In dieser Schule sind Schülerinnen und Schüler und auch ihre Eltern an Planungen und Entscheidungen beteiligt. Kinder und Jugendliche lernen, Projekte von der Ideenfindung bis zur praktischen Umsetzung durchzuführen, begleitet von ihren Lehrkräften. Sie sind stolz auf das bisher Erreichte, wie z.B. den Schulgarten als Garten der Sinne oder das Spielgelände.

Es handelt sich um eine besondere Schule mit besonderen Bedingungen und Herausforderungen für die Unterrichtenden. Sie erstellen für jede einzelne Schülerin, jeden einzelnen Schüler individuelle Förderpläne und arbeiten mit Experten zusammen. Die Schülerinnen und Schüler, mit denen sie von morgens bis nachmittags zusammen leben und arbeiten, frühstücken und zu Mittag essen, sind ihnen ans Herz gewachsen und sie sind stolz auf deren Leistungen.
Gemeinsames Lernen und Leben in Vielfalt und durch Vielfalt gelingt der privaten Förderschule für geistige Entwicklung der Arbeiterwohlfahrt in Dillingen.

(Preis 3 330 Euro)

 

Leiter: Ulrich Basselli
www.montessori-sb.de
E-Mail: sekretariat(at)montessori-sb.de
Telefon: 0681 8910166

 

Laudatio der Jury

Gerd Wagner
ehemaliger Leiter der Gesamtschule Bellevue Saarbrücken und Vorsitzender der Schulleiter an Gesamtschulen des Saarlandes; Illingen

 

„Wenn alles schläft und einer spricht, so nennt man dieses Unterricht“. So karikieren auch heute noch viele Medienmacher jene Veranstaltung, von der sie glauben, das sei schulisches Lernen. Folgerichtig wird die dazugehörige Anstalt dann auch mit „Penne“ bezeichnet. Und tatsächlich werden sich nicht wenige Zeitgenossen an total verschlafene Tage oder gar Wochen in ihrer Schulzeit erinnern können, in denen der Schülergeist weit weg unterwegs auf wunderbaren Abenteuerreisen war und völlig andere Prioritäten der geistigen Auseinandersetzung pflegte, während der bedauernswerte Lehrer - Pauker genannt -  glaubte, gerade die Geheimnisse pythagoreischer Lehrsätze erfolgreich in die Köpfe seiner Gegenüber eingetrichtert zu haben. Dabei weiß die Forschung schon lange, dass produktives und nachhaltiges Lernen in der Schule dann am besten gelingt, wenn Schülerinnen und Schüler sich aktiv und mit einem erheblichen Maß an Eigenverantwortung mit dem Lernangebot ihrer Schule auseinandersetzen können. Dabei kommt es nicht so sehr darauf an, wie viel „Stoff durchgenommen“ wurde, sondern wie intensiv Schülerinnen und Schüler an Materialien arbeiten, wie zielstrebig sie ihre Aufgaben bearbeiten und wie selbstverständlich und souverän sie Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren und vortragen können. Dass dies nicht graue Theorie, sondern lebendiger Schulalltag sein kann, konnte die Jury beim Besuch der von mir vorzustellenden Ganztagsschule erleben.

In dieser Schule müssen Schüler lernen, die Verantwortung für ihr Lernen selbst zu übernehmen. Sie bestimmen selbst, was sie wann und wie schnell und mit wem lernen wollen. Die Schule ist so organisiert, dass sie dem einzelnen breite Wahlmöglichkeiten lässt, sich zu bewähren und zu beweisen, aber auch seine speziellen Interessen und Neigungen zu verwirklichen.  Alle Kinder erfahren - auch solche mit Behinderungen - in gleicher Weise Wertschätzung für ihre individuellen Leistungen. In dieser Schule hat darum auch jedes Kind seinen Platz, kann seinen optimalen Lernweg finden, mit anderen gemeinsam arbeiten, anderen helfen oder sich helfen lassen und Verantwortung für sich und andere übernehmen.

Diese Schule kennt bis zu den Abschlusszeugnissen keine Ziffernnoten. Lernstände werden in individuellen Tests ermittelt und in Lernstandsberichten festgehalten und mit Schülern und Eltern erörtert. Alle Beteiligten wissen daher stets sehr genau, was sie können und was noch zu tun ist. Lernen ist nicht aufgesetzter Zwang, sondern natürliche Selbstverständlichkeit.
Dies führt zu einem offenen und freundlichen Klima und ist überall im Hause sichtbar: Die Wände schmücken Schülerarbeiten, an vielen Stellen im Haus geschieht Kreatives.  Hier macht Lernen offensichtlich mehr Freude als in den meisten sonstigen Schulen, so dass auch Schüler mit missglückten Schullaufbahnen hier wieder Spaß am Lernen finden.
Um Unterricht so offen zu organisieren und zu gestalten, mussten tradierte Lehrerrollen verändert werden: vom Unterrichtenden zum Lernbegleiter; vom Alleinunterhalter zum Lernberater. Dabei ist Lehrerkooperation  ein absolutes Muss.

Die Lehrpläne wurden so aufbereitet, dass Schüler dennoch das lernen, was zum Erreichen der Abschlussziele jeweils erforderlich ist. Mit „Leitfäden“ und „Pensenbuch“ hat das Kollegium dazu wichtige Organisationshilfen erarbeitet. Zusätzlich wurden praxisorientierte Lernbereiche neu entwickelt, die den Heranwachsenden in der Pubertät neue außerschulische Bewährungsfelder erschließen und sie motivieren, sich den Anforderungen der Erwachsenenwelt zu stellen. Schließlich analysiert und überprüft die Schule ihre Leistungen mit Hilfe eines Qualitätsmanagements.
Der Schulleiter beschreibt die Veränderung so: „Früher war das Unbehagen, das Richtige zu wollen und das Falsche zu tun. Jetzt glauben wir, Richtiges zu wollen und auf dem richtigen Weg zu sein.“


Diese Schule kann aufgrund ihrer privaten Trägerschaft allerdings Freiheiten in die Waagschale werfen, die öffentliche Schulen so nicht haben:

◾Sie kann ihre Lehrer und sonstige Mitarbeiter selbst auswählen.
◾Sie kann die Klassenhöchstzahlen auf ein vernünftiges Maß beschränken.
◾Sie ist in ihrer Pädagogik frei, kann Lernwege selbst bestimmen und ist nur  an die Ordnungen über die Abschlussprüfungen an öffentlichen Schulen gebunden.

Die Jury würdigt die vorbildlichen pädagogischen und schulorganisatorischen Entwicklungsleistungen der Montessori-Gesamtschule Saarbrücken als Preisträger.