(Preis 10.000 Euro)

 

Leiter: Frank Brück

E-Mail: info(at)muehlbachschule.de

Telefon: 06821 / 964840

 

Laudatio der Jury  

Prof. Dr. Roland Brünken
Professor für Empirische Bildungsforschung an der Universität des Saarlandes, Lernpsychologe; Studiendekan der Philosophischen Fakultät; St. Ingbert

"Betrachtet man die wechselvolle Historie von Haupt- und Realschulen über Gesamtschulen zu Gemeinschaftsschulen, zeigt sich, dass sich dieser  Bildungsweg neben dem des Gymnasiums seit vielen Jahren immer neuen und stets wachsenden Herausforderungen gegenüber sieht. Diese zu bewältigen und dabei als Schule weiter zu funktionieren, stellt an sich schon eine beachtliche Leistung dar. Findet man nun, wie in der hier zu ehrenden Schule, dass diese Herausforderungen als Chance verstanden und bespielhaft genutzt werden, um sie quasi zum Markenzeichen der Schule zu machen, ist dies mehr als bemerkenswert, es ist im besten Sinne preiswürdig.

Die Schule um die es hier geht, gehörte schon zu den ersten Gesamtschulen im Land und ist seit 2012 Gemeinschaftsschule, an dem von uns besuchten Standort für die Klasen 5 bis 10. In Kooperation mit zwei weiteren Schulen schließt sich daran eine gymnasiale Oberstufe an einem anderen Standort an. Erst seit wenigen Jahren, nach einer Phase von Standortzusammenlegungen, Um- und Anbauten hat diese Schule „ihren Platz“ gefunden, einen Ort, der sich der Jury trotz manch räumlicher Enge und baulicher Kompromisse als moderner, angenehmer und vor allem auch durch den Einsatz von Schülern und Lehrern als überaus freundlich gestalteter Lern- und Lebensort dargestellt hat, der das positive Klima, das in der Schule herrscht, auch nach außen ausstrahlt.

Das eigentliche Thema der Schule aber, das die Jury besonders beeindruckt hat, ist ihr Umgang mit den unterschiedlichen Lern- und Leistungsvoraussetzungen ihrer Schülerinnen und Schüler. Wer lernen möchte, mit welch vielfältigen Maßnahmen man auf die Herausforderungen der Heterogenität der Schülerschaft produktiv reagieren kann, findet hier reichhaltige Anregungen. Neben organisatorischen Hilfen wie Diagnosebögen und Förderflyern sind es insbesondere Maßnahmen der Individualisierung des Unterrichts wie das Portfolio-Schulbuch und individuelle Unterstützungsangebote von Lehrern über Mitschülern bis zur Nachmittagsbetreuung, die helfen, das Leitmotiv der Schule „Wir nehmen alle mit“  Wirklichkeit werden zu lassen. Dass dies in der Praxis auch erfolgreich ist, zeigen nicht zuletzt die beeindruckenden Erfolgszahlen der Abschlussstatistiken, bei denen nicht nur die Nichtbestehensquoten bei den jeweiligen Schulabschlüssen gegen Null tendieren. Bemerkenswert ist beispielsweise auch, wie hoch der Anteil von Schülerinnen und Schülern ist, die trotz fehlender Grundschulempfehlung erfolgreich zur Oberstufe geführt werden konnten.

Daneben zeigt die Schule nicht nur vielfältige Elemente moderner didaktischer Konzeptionen, wie Methodencurricula und Medieneinsatz, sondern auch, dass Schulentwicklung ein kontinuierlicher Veränderungsprozess ist, der erfolgreich durch die Teilnahme an Evaluationen und Qualitätsentwicklungsmaßnahmen befördert werden kann. Auch wenn die Schule hier noch nicht in allen Belangen wie etwa der formalen Integration aller Gruppen in den Schulentwicklungsprozess am Ziel ist, befindet sie sich doch auch hier auf einem erfolgreichen Weg.

Insgesamt hat die Schule die Jury durch ihren professionellen Umgang mit Heterogenität ebenso wie ihren leistungsorientierten Unterricht und ihre modernen didaktischen Ansätze beeindruckt. Die Jury hat sich daher entschlossen, die Mühlbachschule Schiffweiler für ihre Leistungen mit dem Hauptpreis des Saarländischen Schulpreises 2015 auszuzeichnen."

 


(Preis 2.500 Euro)

 

Leiterin: Eva Feyand

E-Mail: gtgsvogelsang(at)saarlouis.de

Telefon: 06831 / 9458940

 

Laudatio der Jury

Dr. Jan von der Gathen

Diplom-Pädagoge, Leiter der Franz-Vaahsen-Grundschule Düsseldorf, Pädagogischer Experte des Deutschen Schulpreises, Mitherausgeber "Die Grundschulzeitschrift" und "PraxisWissen Schulleitung Grundschule"


„Vom ICH und meine Klasse zum WIR und unsere Schule“ – welche Schule verkörpert dieses geflügelte Wort besser als die im Folgenden zu würdigende Schule? Es zählt echte Teamarbeit, Einzelkämpfer haben es hier schwer. Das was in vielen Kollegien noch fehlt, gehört längst zur Professionalität der Lehrerinnen und Lehrer dieser Schule: Eine im Stundenplan fest verankerte Teamsitzung für alle Klassenlehrkräfte. Erst solche konkret verfassten Orte und Zeiten für Kooperation stellen Unterrichtsentwicklung auf Dauer. Hier wird nach der Maxime Martin Bubers gearbeitet: das ICH reift am DU. Denn erst in der sachorientierten Auseinandersetzung mit meinen Kolleginnen und Kollegen kann meine eigene Unterrichtsarbeit besser, professioneller werden.

Doch es zeichnet eine gute Schule auch aus, dass sie immer noch besser werden will. Daher ist es gut, dass insbesondere den Mitgliedern der Schulleitung die sogenannten blinden Flecke bewusst sind. Sie haben sich den kritischen Blick bewahrt und ruhen sich nicht auf dem hohen Schülerzuspruch aus. Schulleitung setzt sich immer wieder neue Ziele und nimmt das Kollegium auf dem Weg dorthin mit.

Eines wird dem Besuchsteam an dieser Schule sehr schnell klar: Es fühlen sich nicht nur alle wohl, das wäre zu wenig. Alle Beteiligten - Schüler, Lehrer, Eltern - identifizieren sich mit dieser Schule. „Das ist meine, das ist unsere Schule!“. Auffällig ist vor allem: Das Miteinander ist sehr höflich, freundlich, ja fast herzlich – bei allen Beteiligten. Lernen braucht Beziehung – gerade im Bereich der Grundschule.

Das größte Pfund zuletzt:
Eltern sagen von ihrer Schule, von der Schule ihrer Kinder: „Die Stärken werden hier gestärkt und die Schwächen geschwächt“. Wer seinen Bildungsauftrag auf diese Weise annimmt, ist preiswürdig, ja er strahlt im Bereich der individuellen Förderung Exzellenz aus. Daran gekoppelt ist ein äußerst produktiver Umgang mit Vielfalt. Das wird insbesondere in der Arbeit des Ganztages deutlich, ein Glanzstück dieser Schule: Das einzelne Kind steht im Mittelpunkt dieser Ganztagsschule. Es entstehen über den Tag verteilt, gut rhythmisiert, viele Produkte. Die Vielfalt eines Themas, ob im handwerklichen, künstlerisch-ästhetischen oder technischen Bereich, ist sehr gut angesprochen. Die Persönlichkeit des Kindes kann sich hier äußerst anregungsreich entwickeln. Und: Die Schule will dabei Herkunft und Lerner-folg entkoppeln. Wie man sieht: mit Erfolg! Denn in beiden Testdomänen Deutsch und Mathematik liegt die Schule bei VERA über dem Landesdurchschnitt. Bestechend ist die gleichzeitig praktizierte Leistungsbewertung: Die Noten bis zur Mitte des 3. Schuljahres wurden längst abgeschafft. Statt eines Zeugnisses erhält der Schüler aussagekräftige Lernberichte. Kurz und prägnant werden neben den Fachleistungen auch die Bereiche des Arbeits- und Sozialverhaltens indikatorenbasiert zurückgemeldet. Das ist mehr als eine Ziffer!

Auch heute erhält die Schule keine einzelne Ziffer als Rückmeldung ihrer Leistung. Heute erhält die Schule einen der Preise im Rahmen des Saarländischen Schulpreises. Es ist die „Grund- und Ganztagsgrundschule Im Vogelsang“ aus Saarlouis. Ein herzlicher Glückwunsch!"


(Preis 2.500 Euro)

Leiter: Hans Peter Berdin

E-Mail: sekretariat(at)sar-dillingen.de

Telefon: 06831 / 9869600

 

Laudatio der Jury

Ingrid Kaiser
ehemalige pädagogische Leiterin der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden, Schulberaterin; aus Frankfurt

"Die bemerkenswerte Aufbruchsstimmung aller an der Schule Beteiligten begann, als sie durch rückläufige Schülerzahlen ernsthaft von Schließung bedroht war. Statt zu resignieren, wurde die eigene Arbeit auf den Prüfstand gestellt, intensiv Bilanz gezogen und über eine veränderte, schülergerechte Weiterentwicklung von Schule und Unterricht nachgedacht. Die dazu notwendigen Energien schöpfte die Schule aus dem gemeinsamen großen Interesse, die Verschiedenheit der Nationalitäten, der Religionen, der Lernvoraussetzungen, der Interessen, Stärken und Schwächen aller einzubeziehen, um neue Arbeitsschwerpunkte, neue Unterrichtsformen, neue Herausforderungen und eine gesunde und leistungsförderliche Rhythmisierung zu entwickeln. Das breite Spektrum an interessenbezogenen Angeboten für Schülerinnen und Schüler schafft individuelle Lerngelegenheiten und fördert die Vielfalt an Begabungen und Lernerfolgen. Die Kultur des Schullebens zeigt sich in den immer wieder neu angestoßenen Nachdenkprozessen von Individualität und Verschiedenheit aller hier Lernenden und Agierenden. Für diese Bedürfnisse und Herausforderungen hat die Schule erfolgreiche Antworten gefunden. Als spürbare und zuverlässige Kraftquelle für das gemeinsame Planen und Lernen erwies sich die Arbeit in Lehrerteams.

Sehr beeindruckt waren die Besucher von dem freundlichen, hilfsbereiten und friedlichen Miteinander. Wie gelingt es dieser Schule eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich Schülerinnen und Schüler wohlfühlen, sich auf das Lernen und die Gemeinsamkeit mit Freundinnen und Freunden freuen und konzentrieren und sich mit eigenen Ideen und Vorschlägen an der Entwicklung der Schule beteiligen? Impulsgeber und vielseitige Unterstützer sind zweifellos die Mitglieder der Schulleitung. Sie gehen bei Fortbildungsangeboten voran, entwickeln mutige Konzepte, verändern die Zeitstrukturen der Schule und ermuntern und sichern Kolleginnen und Kollegen, Ungewohntes auszuprobieren. In der Unterstufe wird dies besonders deutlich, denn hier arbeiten Lehrerinnen und Lehrer als Pioniere mit bemerkenswertem Leistungsanspruch und deutlicher Leistungsfreude an pädagogischen Visionen, unterstützt von Praktikanten und Referendaren.

Die Aufmerksamkeit von Eltern der weiteren und näheren Umgebung wächst, da sie von veränderten Arbeitsformen, von herausfordernden Lernsituationen, von Präsentationen von Leistungsergebnissen und regelmäßigen Rückmeldegesprächen hören. Sie nehmen wahr, dass dieses kritische Feedback in vielen Lernsituationen Dreh- und Angelpunkt des pädagogischen Erfolgs geworden ist, das motiviert, bei der nächsten Arbeit noch sorgfältiger, noch anspruchsvoller zu arbeiten. Die anfängliche Skepsis dem freien Arbeiten gegenüber hat sich inzwischen gewandelt und ist einem Erstaunen und der Zuversicht gewichen, einen Zuwachs an Selbstständigkeit bei ihren Kindern festzustellen und spürbare Fortschritte bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung.

Diese Schule befindet sich in einem positiven Entwicklungsprozess. Viele Veränderungen zu einer sich weiter entwickelnden Gemeinschaftsschule liegen noch vor ihr, doch ist sie auf einem erfolgreichen Weg. Die Jury hat entschieden, dass sie einer der Preisträger sein soll; eine Schule, die aus einer auslaufenden Realschule, einer Ü 11 Klasse, einer Oberstufe und einer seit 2012 eingerichteten Gemeinschaftsschule besteht, - es ist die „Schule am Römerkastell“ in Dillingen."

 


(Preis 2.500 Euro)

Leiter: Jürgen Mathieu

E-Mail:spg@spg-hom.de

Telefon: 06841 / 92310

 

Laudatio der Jury

Prof. Dr. Jörg Schlömerkemper
ehemaliger Professor für Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift PÄDAGOGIK; Göttingen

"Die Jury hat eine Schule besucht und erlebt, in der alle Mitglieder der Schulgemeinde außerordentlich respektvoll, offen und vertrauensvoll miteinander umgehen. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass sich die Schülerinnen und Schüler, die Lehrerinnen und Lehrer und die Eltern in großer Mehrheit mit dieser Schule identifizieren. Man fühlt sich wohl, man unterrichtet gern, dass Lernen macht fast allen große Freude. Schüler und Eltern haben sich bewusst für diese Schule entschieden und sie glauben, eine richtige Wahl getroffen zu haben. Dabei werden Leistungsanforderungen keineswegs vernachlässigt, sie haben vielmehr in dieser Schule eine zentrale Bedeutung. Aber gerade deshalb wird hier von Anfang an darauf geachtet, dass Lücken erst gar nicht entstehen und dass Defizite sich nicht verfestigen können. Die Lehrerinnen und Lehrer sind bereit, etwas noch einmal und auch nach dem Unterricht zu erklären, wenn es nicht gleich verstanden wurde. Auch ältere Schülerinnen und Schüler bieten Nachhilfe für die jüngeren Jahrgänge an. Die Jury hatte dabei den Eindruck, dass unter dieser Zielsetzung der Unterricht konsequent von den Lehrenden so gestaltet wird, wie man es für erfolgreiches Lernen für richtig hält. Die Schülerinnen und Schüler folgen diesen Vorgaben offenbar, weil sie zuversichtlich sind, zum Lernerfolg geführt zu werden. Es gibt allerdings auch Lehrerinnen und Lehrer, denen die Förderung von Selbstständigkeit sowie die Bereitschaft und die Fähigkeit zur Teamarbeit sehr am Herzen liegen. Sie ergänzen den Frontalunterricht durch Gruppenarbeit und individuelle Lernprozesse. Dabei entstehen sehr beeindruckende Texte, Bilder und Präsentationen. Über den Unterricht hinaus werden Aktivitäten angeboten, in denen die Schülerinnen und Schüler mögliche Berufe kennenlernen können. Immer wieder werden sie dazu angeleitet, im sozialen Umfeld der Schule Verantwortung zu übernehmen. Nicht zuletzt ist es beachtenswert, dass viele Mitglieder des Kollegiums Zusatzqualifikationen erwerben und sich regelmäßig weiterbilden. Dies wird dann in einer innovativen Gestaltung des Unterrichts sichtbar. Das strahlt auf andere aus, man lernt voneinander, tauscht Anregungen und Materialien aus und prüft, ob dies auf dem Weg zu einer noch besseren Schule hilfreich ist. So wird ein Arbeits- und Lernklima erkennbar, in dem sich individuelle Neigungen und Kompetenzen entfalten können, das aber zugleich von einem gemeinsamen Grundkonsens getragen ist: Man verfolgt anspruchsvolle Ziele und gestaltet die Wege dorthin in einem freundlichen, vertrauensvollen Umgang miteinander.

Besonders erwähnenswert und zu loben ist es, dass diese Schule auch in ihrem inhaltlichen Angebot neue Wege geht und die Heranwachsenden dazu befähigen will, neue Aufgaben zu bewältigen. Dazu sind insbesondere Kenntnisse und Fertigkeiten für den Umgang mit neuen Medien wichtig – Informatik kann deshalb als ein Schwerpunkt des Lernens gewählt und sogar im Abschlusszeugnis ausgewiesen werden.
So etwas ist an Schulen der Schulform, um die es hier geht, nicht unbedingt zu erwarten. Die Jury möchte deshalb eine Schule auszeichnen, die konsequent daran arbeitet, die veränderten Herausforderungen zu bewältigen: Die Gesellschaft braucht kompetente, leistungsfähige und leistungsbereite junge Menschen, die sich zugleich ihrer Verantwortung für die Gemeinschaft bewusst sind. Dieses Ziel soll durch intensive Lernprozesse, durch Förderarbeit und nicht zuletzt durch ein Klima des Respekts verfolgt werden.
Ausgezeichnet wird diese Schule deshalb – neben zwei weiteren Schulen –  als Preisträger des Saarländischen Schulpreises 2014/2015. Diese Schule ist das Saarpfalz-Gymnasium in Homburg. Herzlichen Glückwunsch!"