(Preis 8.000 Euro)

 

Leiterin: Ruth Breuer

E-Mail: schulleitung(at)ssg-dillingen.de

Telefon: 06831/9786-0

 

Laudatio der Jury  

Ingrid Kaiser
ehemalige pädagogische Leiterin der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden, Schulberaterin, Pädagogische Expertin des Deutschen Schulpreises; Frankfurt


"Zwei Fragen haben in den letzten Jahren die spannungsvolle und konfliktgeprägte Schulentwicklung der Sophie-Scholl-Gemeinschaftsschule maßgeblich beschäftigt: 1. Wie muss der Tag einer Ganztagsschule getaktet sein, damit ein anregender und leistungsfördernder Rhythmus entsteht? 2. Welche Strukturen können helfen, die Individualität und Unterschiedlichkeit der Schülerinnen und Schüler als Chance zu nutzen? Als Antwort auf diese Fragen leisten Schulleitung und Kollegium einen hohen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit als inklusive Schule. Als Teamschule haben sie eine bemerkenswerte Infrastruktur geschaffen und durch eine veränderte Unterrichtspraxis das Lernen in den Vordergrund gestellt. Mit einem immer wieder überarbeiteten Konzept versuchen sie der pädagogischen Kernfrage gerecht werden, wie Lernen bei unterschiedlichen Lernvoraussetzungen schülergerecht und für alle erfolgreich gelingt. Natürlich gibt es dafür weiterhin viel zu tun, vor allem noch mutigere Wege im konstruktiven Umgang mit Verschiedenheit bei Arbeitsthemen und Aufgabenvielfalt einzuschlagen.  Bemerkenswert ist jedoch, dass alle hier Beteiligten, Schüler, Lehrer, Eltern und außerschulische Partner sich als Lernende begreifen und durch Teamgeist und klare Strukturen eine Arbeit sichern, hinter der alle stehen. Unterstrichen wird der Teamgeist der Schule durch die zu jedem Jahrgang gehörenden Lehrerarbeitsräume – Teamzimmer genannt, die die Kolleginnen und Kollegen als ihren Arbeitsplatz benennen. Einmal wöchentlich werden hier gemeinsam Unterricht und Vorhaben geplant und Eindrücke über die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs ausgetauscht. Einigen Kollegen wünschen wir noch mehr Mut zu Veränderungen, Schülern mehr zu vertrauen, denn wenn diese selbstständig aktiv lernen, forschen, erkunden oder probieren, haben wir als Jury konstruktive und lernwirksame Arbeitssituationen erlebt.  
Hervorzuheben ist die hohe Wertschätzung, die diese Schule prägt und der ruhige, kooperative und respektvolle Umgang miteinander, was sich eindrucksvoll bei den intensiven Gesprächen mit Schülern, Eltern, den außerschulischen Partnern und den Lehrerinnen und Lehrern zeigte. Deutlich zu erkennen ist die gemeinsame Verantwortung, die Offenheit, mit der Schwierigkeiten und Probleme bearbeitet werden und die gegenseitigen Anerkennung. Schon der Name der Schule zeigt, dass sie sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist und als Unesco-Projektschule einen hohen Anspruch bei vielfältigen sozialen Projekten hat.
Mit dem lichten, großzügigen Schulgebäude, den gestalteten Klassen und Fluren bietet sie den Kindern und Jugendlichen einen Lern- und Lebensraum, um die eigene Persönlichkeit und die unterschiedlichen Begabungen entwickeln zu können. Die Identifikation mit ihrer Schule ist deutlich, wenn die Schüler das Individualisierte Lernen, die Projektarbeit, eine Vielzahl von Wahlmöglichkeiten, die regelmäßigen Lernstandsgespräche und das Gefühl benennen, individuell gesehen und anerkannt zu werden. Die Schule hat sich zur Aufgabe gemacht, diesem Anspruch weiter gerecht zu werden, Unterricht zu verändern, das selbstständige Lernen der Schülerinnen und Schüler zu fördern und ist bereit, den eingeschlagenen Weg aktiv weiterzugehen.  
Die Jury hat sich in diesem Jahr entschieden, den Hauptpreis des Saarländischen Schulpreises zweimal zu vergeben. Die Sophie-Scholl-Gemeinschaftsschule erhält 2017 einen der mit 8000,- € dotierten Preise. Herzlichen Glückwunsch."

 


(Preis 8.000 Euro)

 

Leiterin: Heidemarie Schwindling

E-Mail: sekretariat(at)gsg-lebach.de

Telefon: 06881/53033

 

Laudatio der Jury

Prof. Dr. Jörg Schlömerkemper

ehemaliger Professor für Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift PÄDAGOGIK; Göttingen


"Das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lebach fühlt sich seinem Namen verpflichtet: Die ‚weiße Rose’ ist an vielen Stellen als Symbol präsent und die Verbrechen des nationalsozialistischen Faschismus werden als Mahnung in Erinnerung gehalten. Im Alltag der Schule soll den Schülerinnen und Schülern bewusst werden, dass sie für sich und für die Gemeinschaft verantwortlich sind. Sie sollen dies in ihrem Verhalten durch Zivilcourage, Toleranz und gesellschaftliches Engagement erkennbar machen. Dafür gibt es viele Gelegenheiten. Im Alltag der Schule sind höfliche Umgangsformen verbindlich und im Umfeld der Schule werden Schülerinnen und Schüler in karitativen Projekten aktiv. Auch im Unterricht werden eigene Aktivität, kritisches Reflektieren und soziale Kooperation gefordert und gefördert. Konsequent wird gleich zu Beginn mit einem an der Schule entwickelten „Arbeits- und Übungsbuch“ dazu angeleitet, bewusst zu lernen und den eigenen Fortschritt zu beobachten. So wird vermittelt, wie man Aufgaben und Themen selbstständig erarbeiten und die Ergebnisse dann präsentieren kann. Auch das trägt zu eigener Verantwortung bei. Immer, wenn es sinnvoll erscheint, werden Aufgaben bearbeitet, deren Lösungen die Lernenden selbst herausfinden sollen. Es gibt aber natürlich auch Unterricht, in dem die Lehrenden den Stoff zielgeleitet vortragen und den Lernprozess steuern. Es werden anspruchsvolle Inhalte präsentiert, aber die Lernenden sollen sich das Wissen selbstständig zu eigen machen. Bei den Inhalten des Lernens hat die Schule Schwerpunkte in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gesetzt. Sie ist mit Recht stolz darauf, dass sie in diesen Fächern seit zwölf Jahren als ‚MINT-Excellence Center’ im Saarland Vorreiter und Vorbild ist. Besonders engagierte Schülerinnen und Schüler sind mit elektronischen Entwicklungen und kreativen Experimenten bei Wettbewerben sehr erfolgreich. In einer beeindruckenden Show wurden physikalische und chemische Experimente im Rahmen einer Kriminal-Story präsentiert. Und natürlich sind auch viele künstlerische Arbeiten in den Fluren zu sehen und musikalische Leistungen zu hören. Zahlreiche Arbeitsgemeinschaften ergänzen das fachliche Lernen. Als ein besonderes Merkmal hat die Jury bewertet, dass dieses Gymnasium alle Schülerinnen und Schüler, die sie aufgenommen hat, optimal fördern will. Das Sitzenbleiben wurde praktisch dadurch abgeschafft, dass mögliche Probleme frühzeitig erkannt werden. Wenn sich ein individueller Förderbedarf zeigt, gibt es ein „Netzwerk“ mit Förderangeboten der Lehrenden und/oder Nachhilfe durch ältere Schülerinnen und Schüler. Mit gleicher Intensität werden besondere Begabungen durch zusätzliche Angebote gefordert und gefördert. Jeder soll seine Fähigkeiten so weit wie möglich entfalten können. Damit beweist die Schule, dass Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen – ‚heterogenen’ – Lernvoraussetzungen individuell und in einer fördernden Gemeinschaft zu dem Erfolg geführt werden können, der ihren Fähigkeiten entspricht. Zum Konzept und zur Praxis der Schule gehört im Sinne einer demokratischen Schule auch eine intensive Arbeit der Schülervertretung, die in die konkrete Gestaltung der Schule eingebunden ist. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich Lernende und Lehrende und auch die Eltern in dieser Schule wohlfühlen. Und das ist nicht nur nett, sondern eine wichtige Voraussetzung für intensives und erfolgreiches Lernen. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium hat unter anspruchsvollen Zielen eine Praxis entwickelt, die den Herausforderungen eines Lernens für die Zukunft in beeindruckender Weise gerecht wird. Sie darf auf sich stolz sein. Und sie kann anderen Schulen zur Anregung empfohlen werden. Weil es eine weitere Schule gibt, für die dies mit anderen Schwerpunkten ebenfalls gilt, vergibt die Jury in diesem Jahr zwei gleichwertige Hauptpreise ohne Rangfolge. Einen erhält diese Schule."


(Preis 2.000 Euro)

Leiter: Frank Prianon

E-Mail: sekretariat(at)gems-merchweiler.de

Telefon: 06825/42261

 

Laudatio der Jury

Dr. Jan von der Gathen
Diplom-Pädagoge, Leiter der Franz-Vaahsen-Grundschule Düsseldorf, Pädagogischer Experte des Deutschen Schulpreises, Mitherausgeber "Die Grundschulzeitschrift" und "PraxisWissen Schulleitung Grundschule"

"Max von der Grün Schule - Gemeinschaftsschule mit gebundenem Ganztag an den Standorten Merchweiler und Wemmetsweiler“
Ein langer Schriftzug - er sagt viel aus über die Jahre der Entwicklung und über die aktuellen Herausforderungen: die Entwicklung zur Gemeinschaftsschule, die Entwicklung des gebundenen Ganztags, die Arbeit an zwei Standorten.
Die Jury vergibt den Förderpreis an die Max von der Grün-Schule, weil sie sich beispielgebend auf den Weg der Schulentwicklung gemacht hat - und das systematisch. Das bedeutet vor allem: Schulleitung und Kollegium haben in Kooperation mit den Eltern diesen Weg gezielt geplant, haben Meilensteine gesetzt und haben dadurch ein eigenes Schulprofil entwickelt.
Wenn wir Schulentwicklung als einen Dreiklang aus Organisations-, Personal und Unterrichtsentwicklung verstehen, können andere saarländische Schulen hier viel lernen. Startpunkt der Schulentwicklung der letzten Jahre war die bewusste Entscheidung auf schulischer und politischer Bühne, den gebundenen Ganztag einzuführen. Da mussten viele Schalter umgelegt werde: in den Köpfen der Schulleitung und der Lehrerinnen und Lehrer, in den Portemonnaies des Schulträgers und vor allem an den Küchentischen der Familien. Dort fallen die Entscheidungen, wo die Tochter oder der Sohn nach vier Jahren Grundschule erfolgreich weiter lernen soll. Und sehr viele Eltern haben sich für den Lernrhythmus vom Morgen bis zum Nachmittag entschieden. Schüler und Eltern sind damit sehr zufrieden.
Leitbildentwicklung, Schulprogrammarbeit, Kooperation in Teams, schulinterne Curriculumentwicklung, Rhythmisierung des Tages, Übergänge gestalten und viele weitere Elemente auf dem Weg zu einer lernenden Schule - all das macht die erfolgreiche Schulentwicklung der Max von der Grün Schule aus.
Das Schweinwerferlicht will die Jury durch den Förderpreis in erster Linie auf den Standort Merchweiler legen. Hier ist ein lernwirksames Zusammenspiel von schülerzentrierter Haltung und solidem Handwerk zu erleben. „Haltung“ und „Handwerk“ bedeuten in diesem Lehrerteam, dass nicht lose gekoppelt hinter verschlossenen Türen Unterricht abgehalten wird. In Merchweiler lernen die Schülerinnen und Schüler der 5 und 6 überwiegend individuell - aber nicht allein.
Was bedeutet das? Vor allem eines: Dass die Lehrkraft nicht so viel spricht! Lernen vollzieht sich hier aktiv-entdeckend: ausprobieren, selbst forschen, in Frage stellen, diskutieren debattieren, überzeugen. Hier wird das Lernen vom Kind ganz konkret selbst in die Hand genommen - es läuft nicht ausschließlich über die Lehrerin oder den Lehrer. Selbstlernen statt Belehrung - mit einem ausgeklügelten und durchdachten Materialangebot innerhalb der Unterrichtsreihen - das scheint das Geheimnis des Erfolges zu sein. Am Standort Merchweiler werden unterschiedliche Lernwege und Zugänge ermöglicht - die Schülerin und der Schüler spüren immer mehr: Nicht meine Lehrerin oder mein Lehrer packt mir den Wissensrucksack, der immer schwerer wird. Ich bin für mein Lernen verantwortlich. Und dabei gibt mir meine Lehrerin oder mein Lehrer eine zuverlässige Orientierung.
Quintessenz: Diese gelungene Kombination aus schülerzentrierter Haltung und lernwirksamem Handwerk á la Merchweiler strahlt aus. Das beweist die hohe Identifikation von Schülern, Lehrern und vor allem Eltern mit diesem Standort. Und diese „Strahlkraft des Anfangs“ gilt es zu nutzen - jeden Tag im Unterricht, in allen Jahrgangsstufen, in Merchweiler und in Wemmetsweiler, in der gesamten Schule. Eine ganz starke Basis ist gelegt.