Widerstand, Repression & Verfolgung. Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus an der Saar

Hans-Christian Herrmann / Ruth Bauer (Hrsg.)
 
Schriftenreihe
Geschichte, Politik und Gesellschaft
Band 14
 
474 Seiten, Hardcover
ISBN 978-3-86110-553-4
 
38,00 €

Die Beiträge des Buches geben klare Antworten auf zentrale Fragen der NS-Geschichte an der Saar: Warum haben die Saarländer 1935 für Hitler-Deutschland gestimmt und warum folgten viele Saarländer dem virulenten Antisemitismus schon vor 1935? Warum gab es keinen massiven Widerstand der katholischen und der evangelischen Kirche gegen die Rückgliederung an Hitler-Deutschland und warum gelang es den wenigen christlichen Kräften nicht, gemeinsam mit Sozialdemokraten und Kommunisten eine Mehrheit gegen Hitler-Deutschland zu mobilisieren?
 

Die vorliegende Publikation beschreibt dabei die innenpolitische Situation vor allem in den Jahren 1930 bis 1935 und berücksichtigt dabei auch die Rolle von herausragenden Personen der saarländischen Geschichte wie Hermann Röchling und Franz Josef Röder im Kontext der Saarabstimmung. Weitere inhaltliche Schwerpunkte sind die Entwicklungen jüdischen Lebens an der Saar vom 19. Jahrhundert bis zum Holocaust. Ein eigener Beitrag ist der Biographie und der Rolle des Saarbrücker Rabbiners Friedrich Schlomo Rülf gewidmet. Am Beispiel des Gestapo-Lagers Neue Bremm erhält der Leser Einblick in die Biographie der Täter und kann nachvollziehen, unter welchen Bedingungen Menschen zu Tätern wurden. Die Themen der Entnazifizierung und Wiedergutmachung schließen das düsterste Kapitel deutscher und saarländischer Geschichte ab. Bei der Konzeption des Bandes wurde bewusst der Bogen von 1935 bis 1955 gespannt.
 

Auch wenn es sich um ein wissenschaftliches Buch handelt, so ist es kompakt und gut verständlich geschrieben. Lehrerinnen und Lehrern hilft es, die Geschichte des Nationalsozialismus an regionalen Beispielen mit ihren Schulklassen zu erarbeiten – dazu gibt es ein spezielles didaktisches Kapitel.