Der Versailler Vertrag. Deutsch-französische Betrachtungen / Le traité de Versailles. Réflexions franco-allemandes

Bernd Rauls / Verena Paul (Hrsg./dir.)

 

Schriftenreihe

Geschichte, Politik und Gesellschaft

Band 15

 

ca. 430 Seiten, Hardcover (alle Beiträge in deutscher und französischer Sprache)

ISBN 978-3-86110-753-8

 

38,00 € (erscheint Ende Juli 2020)

Die alliierten und assoziierten Regierungen erklären und Deutschland erkennt an, daß Deutschland und seine Verbündeten als Urheber für alle Verluste und Schäden verantwortlich sind, die die alliierten und assoziierten Regierungen und ihre Staatsangehörigen infolge des ihnen durch den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten aufgezwungenen Krieges erlitten haben.

Ein Satz mit unmissverständlicher Botschaft: Deutschlands Anerkennung der alleinigen Kriegsschuld, besiegelt mit Vertragsunterzeichnung durch die deutsche Delegation am 28. Juni 1919 im Spiegelsaal von Versailles. Es ist dieser schnörkellose und zugleich wuchtige Satz, der dem wohl umstrittensten Artikel des Versailler Vertrages Gestalt verleiht: Art. 231. Sein Inhalt trifft das Deutsche Reich bis ins Mark und bürdet der noch jungen Weimarer Republik eine Last auf, an der sie bis zu ihrem Zusammenbruch schwer tragen wird.

100 Jahre nach Inkrafttreten des Versailler Vertrages am 10. Januar 1920 rückt der vorliegende Sammelband, der aus einer Vortragsreihe 2018/19 hervorgegangen ist, die unterschiedliche Wahrnehmung des Vertrages in Deutschland und Frankreich in den Fokus. Wie nehmen französische, wie deutsche Wissenschaftler/innen heute das Vertragswerk wahr – vor allem die Teile, die sich mit dem neu geschaffenen Völkerbundmandat, dem Saargebiet, beschäftigen? Entstanden ist eine Publikation, die ein vielgestaltiges, transnationales Bild des Versailler Vertrages und seiner Auswirkungen auf Deutschland und Frankreich, vor allem aber auf die deutsch-französische Grenzregion entwirft.

Mit Beiträgen von Manfred Berg, Gabriele B. Clemens, Emmanuel Droit, Jean-Michel Guieu, Rainer Hudemann, Adolf Kimmel, Gerd Krumeich, Jörn Leonhard, Bernd Rauls und Sylvain Schirmann sowie ergänzt durch den Abdruck ausgewählter Quellen.