Seminar Antisemitismus und „faschistische“ Ästhetik in Nazifilmen und Propaganda

„Propaganda ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel zum Zweck. Wenn das Mittel das Ziel erreicht, dann ist das Mittel gut... Das neue Ministerium hat kein anderes Ziel als die Vereinigung der Nation hinter dem Ideal der nationalen Revolution.“ - Josef Goebbels
Nach Walter Benjamin politisierten die Nazis Kunst und ästhetisierten Politik. Auf der theoretischen Grundlage von Walter Benjamin, Theodor W. Adorno oder Max Horkheimer und Susan Sontag werden wir die Merkmale dessen, was man als die sogenannte „faschistische“ Ästhetik bezeichnen kann, an Beispielen aus der Filmsprache erläutern. Betrachtet werden Ausschnitte u.a. aus Veit Harlans „Jud Süß“ sowie Leni Riefenstahls „Triumph des Willens“ und „Olympia“.
Ob und wie diese nationalsozialistische Ästhetik, allerdings in aufklärerischer, der Affirmation also entgegengesetzten Weise, filmsprachlich wieder aufgegriffen wird, möchten wir an Beispielen aus Staudte-Filmen („Die Mörder sind unter uns“, „Der Untertan“ oder „Rosen für den Staatsanwalt“) diskutieren. In einem Ausblick auf unsere gegenwärtige Filmrezeption werden wir darüber nachdenken, ob und wie Staudtes Postulat der politischen Verantwortungsübernahme eines Filmemachers aktuell ist. Wer sich nur unterhalten will, zeigt, dass er einverstanden ist…

Inhalte:

  • Gegenüberstellung Ästhetik in Nazi-Filmen und Vergangenheitsbewältigung in Nachkriegsfilmen
  • Auseinandersetzung mit Adornos und Horkheimers Begriff der „Kulturindustrie“
  • Wie Wolfang Staudte mit und in seinen Filmen das Schweigen bricht


09:00 Uhr - 16:30 Uhr

Politische Akademie der SDS

Europaallee 18

66113 Saarbrücken

Elena Steinmetz

Telefon: 0681 - 906 26 - 11

Referentin:

Uschi Schmidt-Lenhard, M.A.

Germanistin (Literaturwissenschaft, Linguistik, Soziologie und Kunstgeschichte), Publizistin (wissenschaftlicher) Literatur, Buchrezensionen, Filme, Hörfunk-Features, Vorsitzende der Wolfgang-Staudte Gesellschaft. Seit 2008 ist sie Dozentin für Autobiografie an VHS und Universität.

Referentin:

Rebecca Pfabel, M.A.

Historikerin: Studierte in den USA (Universitäten in Binghamton und Amherst) und in Deutschland (Universitäten in Heidelberg und Leipzig). Schloss ihr Studium mit Doppel-B.A. in Geschichte und Soziologie ab. Ist Dozentin mit Schwerpunkt auf „Erinnerungskultur in Deutschland“.