Menschen in gesellschaftspolitischen Übergangssituationen

Jede soziale und politische Veränderung oder Krise lässt Übergangssituationen entstehen, in denen unklare Definitionen, Ungewissheiten und ein Gefühl der Unsicherheit herrschen. In diesen Übergangssituationen ist bekannt, was nicht mehr funktioniert, aber was an dessen Stelle treten wird, noch unbekannt. Das Ende des Zweiten Weltkrieges, ein Staatsstreich, der Fall der Berliner Mauer, die Weltwirtschaftskrise von 1929 oder die aktuelle Pandemie mit ihren langwirkenden sozialen und ökonomischen Folgen sind entsprechende Beispiele.

In solchen Situationen, in denen das Vertrauen in den Gesellschaftsvertrag

wackelt, können die Reaktionen der Akteure und Bürger sehr unterschiedlich sein. Manche werden an bestehenden Werten und Vorstellungen festhalten, andere werden in einer wartenden Unsicherheit verharren, während wieder andere Hoffnungen in eine bessere Zukunft haben.

Übergangssituationen bergen große Veränderungsmöglichkeiten, aber auch unbekannte Risiken. Die entstandenen Situationen können den Ruf nach einer starken, identitätsstiftenden Führung laut werden lassen oder zu unüberlegten radikalen Veränderungen führen.

Im Seminar sollen anhand von aktuellen und alten Beispielen die Grundmerkmale solcher Übergangssituationen analysiert werden, um vor allem die Frage zu beantworten, was in solchen Situationen eine grundlegende soziale und politische Struktur aufrechthält, damit die Übergangsituation nicht in einer ewigen Krise oder dem Chaos endet.

Inhalte:

  • Definition einer Übergangssituation
  • Gesellschaften in Übergangssituationen
  • Beispiele und Ausgänge frühere Übergangssituationen
  • Individuen in Übergangssituationen
  • Übergangssituationen, Ungewissheiten, destruktive und haltende Steuerungsformen 


09:00 Uhr - 16:30 Uhr

Politische Akademie der SDS

Europaallee 18

66113 Saarbrücken

Carmen Oschmann

Telefon: 0681 - 906 26 - 21

Referent:

Dr. Fernando Espinoza

Abitur im Dezember 1969 in Talca, Chile. Studium an der Fakultät für Sozialarbeit der Katholischen Universität von Santiago, Chile, von 1970 bis 1973, daran anschließend von 1974 - 1978 Magisterstudium und von 1979 - 1983 Promotion am Institut für Soziologie der Universität Münster. Von 1993 - 1997 erfolgte eine Weiterbildung als Gruppenanalytiker am Institut für Gruppenanalyse in Heidelberg und von 2000 - 2001 eine Ausbildung als gruppenanalytischer Supervisor. Dozententätigkeiten an der Universität Münster und an der Universität des Saarlandes, von 1992 - 2016 Mitarbeiter der Psychosoziale Beratungsstelle für Junge Menschen in Saarbrücken und seit 2017 Mitarbeiter von IANUA. Suchtberatung, Suchtrehabilitation und Prävention im Saarland.