Seminar

Belarus nach dem Zusammenbruch des Kommunismus

Am 9. August 2020 fanden die Präsidentschaftswahlen in Belarus statt. Während die Zentralwahlkommission den autoritären Amtsinhaber Alexander Lukaschenko mit 80,1 % zum Wahlsieger erklärte, gingen Zehntausende Menschen in der Hauptstadt Minsk und in der belarussischen Provinz auf die Straßen, um gegen die offenkundige dreiste Wahlfälschung zu protestierten. Die breite Protestbewegung rüttelte die vermeintliche „Oase der Stabilität" Belarus auf und brachte die Herrschaft des scheinbar unbezwingbaren Diktators Lukaschenko ins Wanken. In dieser Veranstaltung wird zunächst die Geschichte von Belarus im 20. Jahrhundert beleuchtet und insbesondere auf die NS-Okkupation zwischen 1941 und 1944 sowie ihre Rolle in der belarussischen postsowjetischen Erinnerungskultur eingegangen. Die Geschichte der Juden in Belarus sowie die Tschernobyl-Katastrophe (1986) und deren Auswirkungen werden thematisiert. Die Entstehung und Etablierung des Lukaschenko-Regimes sowie dessen Innen- und Außenpolitik stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Inhalte:

  • Belarus: Grundinformationen
  • Belarus im 20. Jahrhundert
  • Belarus unter Lukaschenko
  • Belarusische Revolution
  • 30. April 2022
    9:00 Uhr16:30 Uhr
  • Politische Akademie der SDS
    Europaallee 18
    66113 Saarbrücken

  • AnsprechpartnerIn
    Carmen Oschmann
    0681 - 906 26 - 21
    co@sdsaar.de



Dr. Alexander Friedman

geb. 1979 in Minsk. Studium der Geschichte an der Staatsuniversität Weißrusslands (Diplom) sowie Neuere und Neueste Geschichte, Philosophie und Deutsch als Fremdsprache an der Universität des Saarlandes (Magister), 2009 Promotion ebenda. War während des Studiums in Minsk Leiter der Abteilung Geschichte am College Aish haTorah, Redakteur bei der Zeitung Berega und Tutor des Kurses „Geschichte der Juden in Osteuropa" an der Open University of Israel; belarusische Politik und Geschichte gehören zu seinen thematischen Schwerpunkten.

Ab 2009 Lehraufträge bzw. Mitarbeit in Forschungsprojekten und an Dokumentationen u.a. an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der Universität des Saarlandes, der Universität Sciences Po Paris in Nancy, der Universität Luxemburg, der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW (Duisburg), des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte (Bonn) sowie von Yad Vashem.

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Dr. Alexander Friedman