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100 Jahre Erster Weltkrieg

Verdun 1916

Verdun 1916 – längste Schlacht der Weltgeschichte, Sinnbild des totalen Krieges, Markstein für das 20. Jahrhundert. „So furchtbar kann nicht einmal die Hölle sein“, entsetzte sich ein Augenzeuge. Beide Seiten verloren 700.000 Gefangene, Verwundete und Tote.
Um den Sinn der „Blutmühle“ strategisch zu erklären, verweisen Historiker gewöhnlich auf die Memoiren des Generalstabschefs Erich von Falkenhayn. Danach sollte die französische Armee bei Verdun „verbluten“. Doch vergessene Quellen belegen: „Operation Gericht“ zielte auf einen Durchbruch und die Rückkehr zum Bewegungskrieg.
300 Tage und 300 Nächte tobte die Schlacht. Sie durchkreuzte die alliierte Offensive an der Somme, beschleunigte den Kriegseintritt der USA, verschärfte den Niedergang des deutschen Heeres, befeuerte die Dolchstoßlegende und stieß die Entwicklung moderner Luftwaffen an. Und sie legte den Keim für Frankreichs Katastrophe 1940 im „Blitzkrieg“ der Wehrmacht. Olaf Jessen schildert die Leiden der Bevölkerung und das verbissene Ringen der Heerführer – aber auch die Wandlung „Verduns“ zum Erinnerungsort der deutsch-französischen Freundschaft.

ReferentIn:

Dr. Olaf Jessen

Dr. Olaf Jessen

Dr. Olaf Jessen

geb. 1968 in Flensburg, studierte Geschichte und Jura in Freiburg, Dublin, Göttingen und Potsdam. Tätigkeiten als Lehrbeauftragter und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Freiburg, als Lehrstuhlvertretung an der Université de Fribourg (Schweiz) und als Dozent des Academic Year Freiburg. Seit 2010 freier Publizist und Vertragsautor beim Verlag C. H. Beck (München). Zahlreiche Veröffentlichungen zur preußischen und deutschen Geschichte, zuletzt: „Die Moltkes. Biographie einer Familie“.

07. April 2014
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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