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Brauchen wir ökonomisches Wachstum – und wofür eigentlich?

In unserem Wirtschaftssystem gilt ökonomisches Wachstum als unverzichtbar. Wachstum ist das Hauptziel staatlicher Wirtschaftspolitik und jedes Unternehmens; es gilt als Grundbedingung für eine florierende Wirtschaft und für die Stabilität von Gesellschaften. Ökonomisches Wachstum geht aber zugleich einher mit der Vernutzung von agrarischen und mineralischen Rohstoffen, welche definitiv endlich sind, also nicht wachsen können. Zugleich bedingt ökonomisches Wachstum irreversible Schäden der Bio- und Ökosphäre, die geeignet sind, das Leben der Menschen dramatisch zu verändern. Daher werden heute Zweifel an diesem Paradigma laut. Kritiker weisen darauf hin, dass im Namen des Wachstums Ressourcen verbraucht werden, die kommenden Generationen nicht mehr zur Verfügung stehen. Andere Zeitgenossen hoffen auf ein „Grünes Wachstum“ (neudeutsch: einen „New Green Deal“), welches uns - im Vertrauen auf den technischen Fortschritt - ermöglichen soll, ökonomische, ökologische und soziale Ansprüche zu versöhnen. Doch ist dies überhaupt möglich? Oder besteht die Herausforderung der Zeit eher darin, eine „gute Gesellschaft“ jenseits des Wachstumszwangs zu ermöglichen - und welche Wegmarken müssten gesetzt werden, um in die Richtung einer anderen Gesellschaftsordnung zu steuern, die Wachstum nicht unbedingt benötigt, um soziale Konflikte zu lösen oder gar zu vermeiden?


Wichtigste neuere Bücher (zusammen mit Elmar Altvater: Konkurrenz für das Empire. Die Zukunft der Europäischen Union in der globalisierten Welt, Münster 2007; Grenzen der Globalisierung. Ökonomie, Ökologie und Politik in der Weltgesellschaft", 7. Auflage, Münster 2007; Globalisierung der Unsicherheit. Arbeit im Schatten, schmutziges Geld und informelle Politik", Münster 2002, sowie: Globale öffentliche Güter – für menschliche Sicherheit und Frieden (Herausgabe und Beiträge), Berlin 2003.

ReferentIn:

Prof. Dr. Birgit Mahnkopf

Prof. Dr. Birgit Mahnkopf

Prof. Dr. Birgit Mahnkopf

Professorin für Europäische Gesellschaftspolitik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin; Mitglied der Wissenschaftlichen Beiräte von attac Deutschland, der Deutschen Stiftung Friedensforschung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Fragen der Globalisierung, zu europäischer Politik, Arbeitssoziologie und Gewerkschaftsforschung.

13. Februar 2012
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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