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Chancen und Risiken für Afrika

Jahrzehntelang wurde Afrika als der „kranke Mann“ bezeichnet und damit implizit zum Ausdruck gebracht, daß dieser Weltregion kaum zu helfen sei. Selbst Optimisten konnten angesichts der zahlreichen ethnischen Konflikte - ausgelöst durch unsinnige Grenzziehungen der Kolonialstaaten -, des „Ressourcenfluchs“, traditioneller Gesellschafts- und Machtverteilungsstrukturen sowie verheerender Naturkatastrophen verzweifeln. Auch die derzeitige AIDS-Katastrophe wird durch das Sterben einer ganzen Generation von Leistungsfähigen zu sozialen Problemen ungeahnten Ausmaßes führen.

Gleichzeitig zeichnet sich jedoch auch eine andere Entwicklung ab: Viele afrikanische Staaten boomen. China hat sich Afrika als Energielieferanten erschlossen, und in den USA knüpft eine afroamerikanische Elite immer engere wirtschaftliche Beziehungen zum Heimatkontinent ihrer Vorfahren. In Afrika selbst erstarkt eine Zivilgesellschaft, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe fordert und immer häufiger bereit ist, dieser Forderung notfalls auch mit Gewalt Nachdruck zu verleihen.

Die Entwicklung in den einzelnen Staaten verläuft jedoch höchst unterschiedlich - und unterschiedlich dynamisch. Deshalb kann Bartholomäus Grill nur eine Momentaufnahme zeigen - möglicherweise stellt sich in einem halben Jahr die Situation schon wieder ganz anders dar.

ReferentIn:

Bartholomäus Grill

geboren 1954 in Oberaudorf am Inn, ist Journalist und Afrika-Experte. Grill studierte Philosophie, Soziologie und Kunstgeschichte und arbeitete bei der Mittelbayerischen Zeitung, bei der tageszeitung und für das Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt. 1987 wechselte er zur Wochenzeitung DIE ZEIT. Von 1993 - 2006 war er Afrika-Korrespondent der ZEIT in Johannesburg und Kapstadt und schrieb in dieser Zeit auch Berichte und Reportagen für Die Weltwoche (Zürich), Profil (Wien) sowie für das Magazin GEO. Seit 2005 gehört Grill zum Afrika-Beraterkreis von Bundespräsident Horst Köhler.

 

Preise und Ehrungen: Silberner Apfel des Bundespressesprecherverbandes 2006, Wolfgang-Koeppen-Literaturpreis der Stadt Greifswald 2006, Henri-Nannen-Preis für die beste Reportage (= Egon-Erwin-Kisch-Preis) 2006, Journalistenpreis Bergwelten 2005, Medienpreis der Deutschen AIDS-Stiftung 2005, Journalistenpreis Entwicklungspolitik 1996 und 2006, Kosmos Umweltreporter-Preis 1988, Reportagepreis der Europäischen Union 1988

 

Veröffentlichungen: Ach, Afrika. Berichte aus dem Inneren eines Kontinents; Safina. Ein Bilderbuch für Kinder; Der letzte Treck: Südafrikas Weg in die Demokratie.

31. März 2008
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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