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China zwischen Kommunismus und Kapitalismus

Die in Westeuropa übliche Einteilung politischer Überzeugungen in Blöcke, also in Links/Rechts/Liberal/National, führt hierzulande gelegentlich zu erheblichen Irritationen, wenn wir einen Blick auf andere Länder werfen. Die auf Südzypern (immerhin EU-Mitglied) schon seit Jahren herrschende Koalition zwischen Kommunisten und Liberalen wäre hier undenkbar. Dabei fühlt sich dieser Inselteil einem Land befreundet, das diese Kombination – wenn auch in einer Partei vereint – sehr gewinnbringend vorführt: China. Kommunistische Rhetorik und kapitalorientierte Wirtschaftspolitik müssen sich also keineswegs gegenseitig ausschließen, sondern können sogar ein sehr erfolgreiches Modell sein – sofern es gelingt, die wirtschaftspolitischen Entscheidungen kommunistisch zu begründen. Ist dieses nicht möglich, weil die Widersprüche zu groß sind und es zu viele Opfer gibt, hilft nur eines: Durchsetzungsvermögen, notfalls durch Anwendung von Gewalt.
Michael Krätke ist ein profunder Kenner des chinesischen Systems und wird in seinem Vortrag die Funktionsweise dieses Systems, also die Eigenart des politischen Regimes, erläutern.

ReferentIn:

Prof. Dr. Michael Krätke

Prof. Dr. Michael Krätke

Prof. Dr. Michael Krätke

geb. 1950. Professor für Politikwissenschaft und Ökonomie an der Universität von Amsterdam, Fellow des Internationalen Instituts für Sozialgeschichte in Amsterdam. War zuvor wissenschaftlicher Assistent in Berlin und Bielefeld, ab 1980 (Gast)Professor an mehreren Universitäten in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden, Großbritannien, Japan, China und den USA. Er ist (Mit)Herausgeber einer Reihe von Zeitschriften, darunter der SPW; Studium der Politikwissenschaft, Ökonomie und Soziologie in Berlin, Brüssel und Paris. Forschungsprojekte im Auftrag der EU, Weltbank, OECD, ILO. Zahlreiche Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen zur (komparativen und internationalen) Politischen Ökonomie, darunter: „Neun Fragen zum Kapitalismus“, Berlin 2007 (mit Georg Fülberth); „Geschichte der Weltwirtschaft“, Hamburg 2005; „Political Economy - the Future of an Interdiscipline“, London 2005; „Der alte Staat und die neue Weltordnung. Fehler und Irrtümer der Globalisierungskritik“, in: Jeannine Geissler e.a. (Hg), Auf dem Weg zu einer neuen Internationale?, Hannover 2005

05. Januar 2009
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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