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Cluster-Politik

Neue Wirtschaftspolitik für Gemeinden

Wenn wir uns die aktuellen Wirtschaftsdaten ansehen, kann uns Angst und Bang werden um Deutschland: Eine ständig steigende Arbeitslosigkeit, überforderte Sozialsysteme, zunehmende Kinderarmut, zurückgehende Kauf„lust“, die Liste könnte fast beliebig verlängert werden. Als Grundübel für diese Entwicklung werden vor allem zwei genannt, je nach politischer Couleur liegt es an zuviel oder zu wenig Neoliberalisierung.

Eines jedoch scheint klar: Angesichts global handelnder Konzerne konkurriert ein Arbeitsloser nicht nur mit der Kollegin vor ihm in der Schlange in der Arbeitsagentur, sondern ebenso mit Leidensgenossen in China, Indien oder Argentinien. Die sind nicht nur billiger, sondern, wie die PISA-Studie gezeigt hat, teilweise auch deutlich besser ausgebildet.


Bei dieser Entwicklung bleiben aber nicht nur die ArbeitnehmerInnen auf der Strecke, sondern auch jene Firmen, die sich international nicht behaupten können, die keine Chance haben, ihre Produktion nach Shanghai oder wenigstens nach Rumänien zu verlagern. Es sei denn...

Hier setzt die Cluster-Politik an, die von Michael Porter, Wirtschaftsprofessor an der Harvard University, entwickelt wurde. Gemäß der Prognose der OECD, daß „Lokale und regionale Bedingungen ... zu den wichtigsten Antriebskräften wirtschaftlicher Entwicklung“ gehören, will sie geographisch nah beieinander liegende Unternehmen und Institutionen aus einer bestimmten Branche – wie beispielsweise im Silicon Valley - miteinander verbinden, damit diese durch gemeinsame Technik, gemeinsame Verkaufswege und andere Kooperationen produktiver werden.

Dr. Utz Ingo Küpper gehört in Deutschland zu den Pionieren unter den kommunalen Wirtschaftsförderern, die erste Schritte mit der Cluster-Politik gegangen sind, und wird über seine Projekterfahrungen in verschiedenen Großstädten berichten. Er wird auch aufzeigen, daß Regional- und Landespolitiker eine Rolle spielen und die Kompetenzzentren für Branchen als wirtschaftspolitischen "Königsweg" sehen.

ReferentIn:

Dr. Utz Ingo Küpper

geb. 1942 in Wuppertal. Von 1961 bis 1966 Studium der Betriebswirtschaft in Köln, München und Dublin, Abschluß als Dipl.-Kaufmann. 1969 Promotion mit Villigst-Stipendium im Fach Wirtschaftsgeographie, 1984 Master of Public Administration (MPA), Harvard University, Kennedy School, USA, mit Harvard-Stipendium.

 

Von 1969 bis 1973 war Dr. Küpper wissenschaftlicher Mitarbeiter/Assistent bei Prof. Dr. Otremba an der Universität Köln, von 1973 bis 1975 wissenschaftlicher Referent und Projektleiter im Institut für Gebietsplanung und Stadtentwicklung in Köln, von 1975 bis 1976 Leitender Planer der Planungsgemeinschaft Eifel-Mosel-Saar (Land Rheinland-Pfalz), von 1976 bis 1988 Leiter des Amtes für Stadtentwicklung der Stadt Köln, von 1988 bis 1992 Geschäftsführer der MediaPark Köln Entwicklungsgesellschaft mbH und von 1992 bis 1996 berufsmäßiger Stadtrat und Referent für die Geschäftsbereiche Stadtentwicklung, Wohnen/Stadterneuerung, Wirtschaft und Liegenschaften der Stadt Nürnberg. Von 1996 bis zu seiner Pensionierung Ende 2004 war Küpper der Geschäftsführer der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung Dortmund.

10. Juli 2006
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Villa Lessing

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