Archiv (Audio on demand)

Das Haus Joseph Levy Witwe

Eine jüdische Unternehmerfamilie und die Saarabstimmung vom 13. Januar 1935

Die Joseph Levy Witwe AG war bis 1935 einer der größten Kaufhausbetreiber des Saargebiets. Nach der Saarabstimmung und der Rückgliederung des Montanreviers an das Deutsche Reich wurde aus dem 1853 gegründeten Familienunternehmen ein „arisches Warenhausunternehmen“ unter neuem Namen, die jüdischen Besitzer mussten emigrieren. Hinter der Firmengeschichte verbirgt sich eine bislang kaum erforschte Familiengeschichte: Die Brüder Alfons und Julius Herzberger leiteten die Joseph Levy Witwe AG und engagierten sich in linken Parteien, weshalb sie ins Visier der Nationalsozialisten gerieten. Ihre Schwester Else Herzberger war eine der wichtigsten Frauen im Leben des Philosophen Theodor W. Adorno. Sie unterstützte dessen Freund Walter Benjamin im Pariser Exil. Der Vortrag beleuchtet die Familiengeschichte anhand einzelner Biographien – mit Blick auf die Saarabstimmung vom 13. Januar 1935 und ihre Folgen.

ReferentIn:

Tobias Fuchs

studierte Neuere Deutsche Philologie, Philosophie und Kunstgeschichte in Berlin. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ludwig-Maximilians-Universität München und forscht derzeit am Lehrstuhl für Komparatistik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Fuchs ist Vorstandsmitglied des Neunkircher Ellenfeld e.V. und veröffentlichte 2012 den Band „100 Jahre Ellenfeld-Stadion“, in dem er erstmals die Biographie von Alfons Herzberger darstellte, der auch ein Förderer des Sports war.

21. Januar 2015
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland,
Bismarckstr. 99,
66121 Saarbrücken

Vortrag

Villa Lessing

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