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Demokratie und nachhaltige Entwicklung

Politische Aufgaben in der Weltgesellschaft

Im vergangenen Jahr ist die Weltbevölkerung auf über sechseinhalb Milliarden Menschen angewachsen - die Menschen kommen sich näher, und ihre große Zahl verursacht darüberhinaus auch mehr globale Umweltprobleme. Auch deshalb ist es notwendig, die sozialen Beziehungen aller Menschen als die einer Weltgemeinschaft zu begreifen, die eine handlungsfähige Politik benötigt. Auf welcher Ebene Politik handeln muß - lokal, staatlich oder global - hängt von den Dimensionen der Probleme ab, denn immer mehr Probleme wirken weltweit: Klimaveränderungen, Pandemien, Ressourchenmangel oder Naturkatastrophen. Hier kann nur globales politisches Handeln helfen. Dazu hat die UNO, der Kern des politischen Systems der Weltgesellschaft, eine große Konzeption erfolgreich kommuniziert: die der nachhaltigen Entwicklung. Sie begann damit 1992 in Rio de Janeiro und setzte sie 2002 in Johannesburg weiter um. Doch nachhaltige Politik setzt Demokratie voraus, wobei Demokratie eine fundamentale Voraussetzung hat: gleiche Menschenrechte für alle Menschen. Dieses Prinzip hat auch seine Auswirkungen für die globale ökologische Politik: Das Erschrecken darüber, wie stark ein wirtschaftliches Wachstum in China und Indien die globale Umwelt belastet, muß zu der Einsicht führen, daß jeder Mensch, auch jeder Chinese, das gleiche Recht auf wirtschaftlichen Wohlstand hat wie jeder Europäer und jeder US-Amerikaner. Die aber belasten die Umwelt viel stärker. Deshalb muß nicht China zuerst ökologisch handeln, sondern Europäer und Amerikaner müssen ihren Ressourcenverbrauch und ihre Umweltbelastungen senken.

ReferentIn:

Dr. Christoph Zöpel

Dr. Christoph Zöpel

Dr. Christoph Zöpel

geb. am 04.07.1943 in Gleiwitz/Oberschlesien. Studium der Wirtschaftswissenschaften, der Phi-losophie und des Öffentlichen Rechtes von 1962 bis 1966 an der Freien Universität Berlin und von 1966 bis 1969 an der Ruhr-Universität Bochum. 1969 Abschluß als Diplomökonom, 1973 Promotion zum Dr. rer. oec.; seit 1974 Akademischer Rat.

 

Er ist seit 1964 Mitglied der SPD, gehört seit 1986 – mit Unterbrechungen – dem SPD-Parteivorstand an und ist seit 2002 Ko-Vorsitzender der Kommission für Internationale Politik. Von 1972 bis 1990 war er Mitglied des Landtages Nord-rhein-Westfalen, von 1978 bis 1980 Minister des Landes Nordrhein-Westfa-len für Bundesangelegenheiten, von 1980 bis 1985 Minister für Landes- und Stadtentwicklung und von 1985 bis 1990 Minister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

Von 1990 bis 2005 war er Mitglied des Bundestages und von 1990 bis 1999 und 2002 bis 2005 Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundes-tages. Von 1999 bis 2002 war er Staatsminister im Auswärtigen Amt und von 2002 - 2005 Vorsitzender des Unterausschusses Vereinte Nationen des Deutschen Bundestages.

31. Januar 2007
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21