Archiv (Audio on demand)

Der Gesundheitsfonds

Am 1.1.2009 trat der Gesundheitsfonds in Kraft, mit dem sich die zwar die Modalität des Beitragseinzugs, nicht aber die Finanzierungsgrundlage verändert hat. Der Beitrag wird politisch festgesetzt, über die Höhe des Beitragssatzes bestimmt also nicht mehr die einzelne Kasse. Die bekommt nun vor allem nach den Kriterien Alter, Geschlecht und Krankheitsbelastung Zuweisungen aus dem Fonds, der 2009 rund 169 Mrd. Euro enthält, und muss damit die medizinische Versorgung ihrer Versicherten finanzieren. Kommt sie mit den Zuweisungen nicht aus, werden Zusatzbeiträge fällig, die allein zu Lasten der Versicherten gehen. Die ersten Erfahrungen zeigen Unstimmigkeiten und Verwerfungen, daneben Probleme mit der krankheitsorintierten Verteilung des Finanzausgleichs der Kassen untereinander. Mit dem Fonds wurde nämlich der morbiditätsbezogene Risikostrukturausgleich eingeführt, der entsprechend der Krankheitskosten einen Ausgleich zwischen den Kassen vorsieht. Reale und mögliche Konsequenzen dieses neuen Umverteilungsinstrumentes und denkbare Alternativen sollen vorgestellt werden.

ReferentIn:

Prof. Dr. Gerd Glaeske

Prof. Dr. Gerd Glaeske

Prof. Dr. Gerd Glaeske

geb. 1945. Studium der Pharmazie in Aachen und Hamburg, Promotion, Prüfung in den Fächern Pharmazeutische Chemie, Pharmakologie und Wissenschaftstheorie, Weiterbildung für Arzneimittelinformation.

 

1981-1988 wissenschaftlicher Mitarbeiter, später Leiter der Abteilung für Arzneimit­telepidemiologie im Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS). 1988-1999 Leiter pharmakologischer Beratungsdienste und Leiter der Abtei­lung für medizinisch-wissenschaftliche Grundsatzfragen bei einzelnen Kassen (z. B. AOK, BARMER) und Verbänden (z. B. VdAK).

 

Seit Ende 1999 Professor für Arzneimittelversorgungsforschung im Zentrum für Sozialpolitik (ZeS) der Universität Bremen. Seit 2007 Co-Leiter der Abteilung für Gesundheitsökonomie, Gesund­heitspolitik und Versorgungsforschung im ZeS.

 

Mitglied in zahlreichen Gesellschaften, Ausschüssen und Sachverständigenräten im In- und Ausland, u.a. in der WHO-Drug Utilization Research Group, im Betäubungsmittelaus­schuss BfArM, in der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft, in der Gesellschaft für klinische Pharmakologie oder dem Ausschuß für den rationalen Einsatz von Arzneimitteln des Arzneimittelbeirates beim Bundesministerium für Gesundheit in Wien.

30. November 2009
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

 Anhören