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Der Klimawandel und die Gewerkschaften

Warum sie ihre Strategien ändern müssen

Die Klimaberichte der UNO haben einerseits gezeigt, dass der bedrohliche Klimawandel noch einzudämmen, also die befürchtete Klimakatastrophe zu verhindern ist. Sie haben zugleich aber deutlich gemacht, dass dies nur möglich sein dürfte, wenn die Energieeffizienz gesteigert, der Energieverbrauch eingeschränkt und an Stelle der fossilen Energien erneuerbare Energien genutzt werden, wenn also eine soziale und ökonomische Transformation des Verhältnisses der Menschen zur Natur eingeleitet wird. Diese dürfte nur gelingen, wenn nicht mehr auf Wachstum zur Bewältigung aller sozialen und ökonomischen Probleme gesetzt und den natürlichen Rhythmen stärker Rechnung getragen wird.

Dass der Klimawandel eine Herausforderung auch für die Gewerkschaften darstellt, ist daher offensichtlich. In der Tarifpolitik geht es dann nicht mehr wesentlich um die Verteilung von Zuwächsen des Sozialprodukts, sondern um die Gestaltung von Arbeit und Produktion, um die Verteilung von Arbeitszeiten, um nicht-monetären Wohlstand. Vor allem aber geht es um eine gesellschaftliche Ordnung, die nicht von den einen Verzicht verlangt und diesen mit ökologischen Argumenten begründet, um den anderen, z.B.den Anlegern auf globalisierten Finanzmärkten, umso höhere Renditen zu gewähren. Die ökologische Frage ist also zugleich eine soziale und eine politische Frage, auf deren Beantwortung sich alle, auch die Gewerkschaften, einzustellen haben.

ReferentIn:

Prof. Dr. Elmar Altvater

Prof. Dr. Elmar Altvater

Prof. Dr. Elmar Altvater

geboren 1938. Von 1970 bis 2004 Universitätsprofessor am Otto Suhr Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin, seitdem im Ruhestand. Veröffentlichungen zur internationalen politischen Ökonomie, zu Fragen der Globalisierung, vor allem zur Funktionsweise und zu den Krisentendenzen globaler Finanzmärkte, zur globalen Umwelt und zu globaler Umweltpolitik. Forschungen und Veröffentlichungen auch zu Fragen der europäischen Integration. Gastprofessuren an der New School for Social Research New York, an der York University, Toronto, an der Bundesuniversität von Pará, Belém; an der Universidade Estadual de Sao Paulo. Letzte Buchveröffentlichung "Das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen" (Westfälisches Dampfboot) Münster, 2005, 5. Auflage 2007.

28. April 2008
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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