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Was Amokläufer antreibt

School Shootings, Selbstmordattentate, Lone Wolf Terrorismus – der Soziotyp des Amokläufers scheint sich in westlichen Gesellschaften als ein persistentes Phänomen etabliert zu haben. Entgegen der Assoziation sind sogenannte Amokläufe keine spontanen Gewalteruptionen, sondern lange im Vorfeld geplant und wurzeln in Lebenskrisen, Kränkungen und Schamerlebnissen der Täter. Um Amokläufe zu verstehen, ist daher weniger nach psychopathologischen Ursachen zu fragen, sondern eher danach, welche gesellschaftlichen Bedingungen es ermöglichen, dass sich der Soziotyp des Amokläufers verbreitet hat. Hierbei ist sowohl auf die Rolle der Massenmedien als auch unser ambivalentes Verhältnis zwischen Gewaltaversion und Gewaltfaszination einzugehen.

Referent:

Prof. Dr. Vincenz Leuschner

Prof. Dr. Vincenz Leuschner

geb.1975, studierte Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin (HU) und zuvor Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule Berlin. Von 2005 bis 2009 war er Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung und promovierte an der Berlin Graduate School of Social Sciences der HU zum Thema „Politische Freundschaften – Informelle Beziehungen im Deutschen Bundestag“. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Koordinator an der Freien Universität Berlin (FU) in Projekten der Gewaltforschung, inzwischen hat er die Professur für Soziale Arbeit und Sozialpädagogik an der Hochschule für angewandte Pädagogik in Berlin inne. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Politische Soziologie, Soziologie der Gewalt, Jugendsoziologie und Soziale Probleme.

17. Oktober 2016
18:00 Uhr

Politische Akademie
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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