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Der Schatten des Maoismus

Die kommunistische Parteidiktatur in der Volksrepublik China dauert fort – trotz der Schrecken der maoistischen Herrschaft, während der Millionen von Menschen politisch verfolgt und hingerichtet wurden. Wie konnten Täter und Opfer nach dem Tod Mao Zedongs und dem Beginn der Reformära nach 1978 weiterhin nebeneinander leben? Gab es eine maoistische Vergangenheitsbewältigung? Und wie gelang es der Kommunistischen Partei, ihr Herrschaftsmonopol trotz der verheerenden politischen Bilanz zu sichern? Dies sind einige der zentralen Fragen, denen sich Daniel Leese in seinem Vortrag „Der Schatten des Maoismus“ widmen wird.
Zugleich thematisiert der Vortrag die Schwierigkeiten historischer Forschung innerhalb eines autoritären Herrschaftssystems, das nur ein begrenztes Interesse an kritischer Aufarbeitung des Geschehenen hat.

ReferentIn:

Jun. Prof. Dr. Daniel Leese

Jun. Prof. Dr. Daniel Leese

Jun. Prof. Dr. Daniel Leese

ist seit 2012 Inhaber der Professur für Geschichte und Politik des Modernen China an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Er studierte Geschichte, Sinologie und Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Marburg, Peking und München. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen „Mao Cult: Rhetoric and Ritual in China’s Cultural Revolution“ (Cambridge University Press 2011) sowie die Herausgabe der Enzyklopädie „Brill’s Encyclopedia of China“ (Leiden 2009).Seit 2011 ist Daniel Leese Mitglied des Jungen Kollegs der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Gegenwärtig forscht er vor allem über den Umgang mit Systemunrecht in der VR China während der frühen Reformära. Für diese Forschung erhielt er 2013 einen mit rund 1,5 Millionen dotierten Starting Grant des Europäischen Forschungsrates.

03. November 2014
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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