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Die Akte Rosenburg:

Das Bundesministerium der Justiz und die NS-Zeit

Als das Bundesministerium der Justiz 1949 seine Arbeit aufnahm, kam es zu ganz erheblichen personellen und politischen Verflechtungen mit dem „Dritten Reich“. Dass Juristen, die eine stark belastete NS-Vergangenheit hatten, in der Behörde Dienst taten, wurde nicht als problematisch empfunden. Die „Rosenburg“ in Bonn war von der Gründung der Bundesrepublik bis 1973 der Sitz des Bundesministeriums der Justiz. 2012 setzte das Ministerium eine Unabhängige Wissenschaftliche Kommission ein, die den Umgang der Behörde mit der NS-Vergangenheit in den Anfangsjahren der Bundesrepublik erforschen sollte. Unser Referent, leitendes Mitglied dieser Kommission, wird zeigen, dass zum „Geist der Rosenburg“ maßgeblich Beamte und Mitarbeiter beitrugen, die zuvor im Reichsjustizministerium, bei Sondergerichten und als Wehrrichter tätig gewesen waren.

Referent:

© Karla Fritze

Prof. Dr. Manfred Görtemaker

geb. 1951. Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Publizistik in Münster und Berlin. Er war u.a. Visiting Assistant Professor of Overseas Studies der Stanford University und Visiting Fellow am St. Antony’s College der University of Oxford. Außerdem hatte er Gastprofessuren u.a. an der Duke University, am Dartmouth College und an der Università di Bologna inne. Heute ist er Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam. Seit 1998 ist er Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (MGFA) bzw. des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) und des Beirats für Museumsfragen der Bundeswehr. Seit 2012 ist er Leitendes Mitglied der Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission beim Bundesministerium der Justiz zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen gehören u.a. „Deutschland und der Westen. Gedanken zum 20. Jahrhundert“ (2016) sowie die 2016 gemeinsam mit Christoph Safferling vorgelegte Publikation „Die Akte Rosenburg. Das Bundesministerium der Justiz und die NS-Zeit“.

08. Januar 2018
18:00 Uhr

Politische Akademie der SDS
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Dr. Verena Paul
Telefon: 0681 - 906 26 - 24

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