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Die aktuelle Lage in Nahost

Zwei große nahöstliche Politiker haben Jahrzehnte lang den Nahen Osten entscheidend mitgestaltet. Jetzt sind sie von der Bühne abgetreten: Jassir Arafat und Ariel Scharon. Doch die Probleme haben sich nicht in Luft aufgelöst. In Israel entstand eine völlig neue Parteienlandschaft, wobei die beiden klassischen Regierungsparteien (Likud und Arbeitspartei) zur Unbedeutung geschrumpft sind. Bei den Palästinensern wurde die Fatahpartei durch einen Wahlsieg der Hamas de facto entmachtet. Premier Ehud Olmert will Scharons Konzept eines einseitigen Rückzugs und eigenwilliger Grenzziehung umsetzen, ohne zu wissen, wie und wer das finanzieren könnte. Die Hamas will regieren, sich aber nicht an Abkommen halten. Deshalb wurde sie vom internationalen Geldfluss abgeschnitten und kann nicht einmal die Beamtengehälter bezahlen. Bürgerkrieg bei den Palästinensern, Konzeptlosigkeit in Israel, Machtlosigkeit der internationalen Gemeinschaft und noch dazu atomare Gefahr aus dem Iran werfen viele neue Fragen zur Zukunft des Nahen Ostens auf. Die Lage ist so verwirrend, dass man sie nur darstellen kann, ohne mehr zuverlässige Vorhersagen über die Zukunft machen zu können.

ReferentIn:

Ulrich Sahm

ist seit 1975 Nahost-Korrespondent für deutsche Medien und lebt in Jerusalem. Er wurde 1950 in Bonn als Sohn eines deutschen Diplomaten geboren. Aufgewachsen ist er in London, Paris, Bonn, Heppenheim, Moskau und Ankara. Er studierte evangelische Theologie, Judaistik und Linguistik in Bonn, Köln und an der kirchlichen Hochschule in Wuppertal. Ab 1970 setzte er das Studium der Hebräischen Literatur an der Hebräischen Universität in Jerusalem fort.

26. Juli 2006
18:00 Uhr

im Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Villa Lessing