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Die Auswirkungen des Arabischen Frühlings

auf die Gefühlslage der Israelis

Der arabische Frühling griff schnell auf die Nachbarn Israels über: Ägypten, Syrien, Jordanien und die palästinensischen Gebiete. Das ungute Gefühl, dass aus dem "Frühling" ein schwerer "Winter" wird, ist in Israel durchaus bewusst. Niemand weiß natürlich, wie sich die Dinge entwickeln werden, und wie sie am Ende auch Israel treffen könnten. Gleichwohl versinken die Israelis nicht in Schwermut, sondern entwickeln erstaunliche Energien, um das Leben zu genießen, Hightech zu entwickeln, die eigene Gesellschaft zu verbessern, seit Jahrzehnten gewachsene Ungerechtigkeiten wie total überteuerte Nahrungsmittel- oder Wohnungspreise zu korrigieren. Gewalt und Alkoholismus unter Jugendlichen sogar in Schulen beschäftigen die Israelis ebenso wie Autounfälle und ähnliche "unpolitische" Themen. Noch intensiver denn je kümmern sich die Israelis um sich selbst und nehmen Heimfrontübungen, Sirenengeheul und Katastrophentraining als notwendiges Übel hin. An die Probleme mit der "Sicherheit" hat man sich gewöhnt. Überall werden die Taschen durchsucht, bis heute. Aber das normale Leben "muss weitergehen". Das ist der gewaltige israelische Überlebenswille.

ReferentIn:

Ulrich Sahm

Ulrich Sahm

Ulrich Sahm

geb. 1950 als Sohn eines deutschen Diplomaten. Aufgewachsen in London, Paris, Bonn, Heppenheim (1968 Abitur an der Odenwaldschule), Moskau und Ankara. Studium der evangelischen Theologie, Judaistik und Linguistik in Bonn, Köln und an der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal. Ab 1970 Studium der Hebräischen Literatur an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Seit 1975 ist Ulrich Sahm Nahost-Korrespondent für deutsche Medien mit Sitz in Jerusalem. In dieser Zeit gab es mehrere Kriege: Mit Ägypten, Syrien, Libanon, zweimal eine Intifada, mehrere Friedensverträge sowie die Osloer Verträge und viele andere weltbewegende Ereignisse. Ein Höhepunkt war die Übergabe des Friedensalbums von Jitzhak Rabin an König Hussein von Jordanien.

19. November 2012
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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