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Die deutsche Besatzungsherrschaft in den Niederlanden 1940-45

Der deutsche Überfall auf die neutrale Niederlande am 10 Mai 1940 war der Beginn der fünfjährigen deutschen Besatzungsherrschaft. Die 8,8 Millionen Einwohner wurden einem brutalen Regime unterworfen. Das Land wurde systematisch in den Dienst der deutschen Rüstungswirtschaft gestellt und gegen Ende des Krieges großflächig ausgeraubt und zerstört. Allein im Spätherbst 1944 und in den ersten Monaten des Jahres 1945 wurden insgesamt zehn Prozent des Landes überflutet um den Vormarsch der Alliierten aufzuhalten. Der darauffolgenden Hungersnot fielen ca. 18.000 Menschen zum Opfer. Historisch beispiellos war das systematische Mordprogramm an der jüdischen Zivilbevölkerung der Niederlande. Die Entrechtung, Ausplünderung und Konzentration der jüdischen Bevölkerung in Ghettos begann unmittelbar nach der Besetzung des Landes. In den deutschen Vernichtungs- und Konzentrationslagern wurden bis 1945 ca. 110.000 Bürger des Landes ermordet.

In seinem Vortrag analysiert der Wiener Historiker Johannes Koll die Strukturen der deutschen Herrschaft anhand der Biographie von Arthur Seyß-Inquart (Hitlers Statthalter in den Niederlanden) und beleuchtet ein in Deutschland lange verdrängtes Kapitel nationalsozialistischer Herrschaft.

 

 

in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Saar

Referent:

PD Dr. phil. Johannes Koll

ist Senior Scientist am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Wien und Leiter des Universitätsarchives. Zuvor war er an Universitäten in Köln, Münster und Wien tätig sowie an anderen wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland, Polen und den Niederlanden. Seine Forschungsschwerpunkte liegen u.a. in den Bereichen neuzeitliche Geschichte im europäischen Kontext, Nationalsozialismus sowie Patriotismus und nationale Identität. Seine Habilitationsschrift „Arthur Seyß-Inquart und die deutsche Besatzungspolitik in den Niederlanden (1940-1945)" wurde 2015 publiziert. 

27. Oktober 2017
18:00 Uhr

Politische Akademie der SDS
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Dr. Verena Paul
Telefon: 0681 - 906 26 - 24

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