Archiv (Audio on demand)

Die Deutung von Reichtum in Deutschland und den USA

Ein Vergleich

Inzwischen setzt sich die Einsicht durch, dass Reichtum als vielschichtiger Begriff unterschiedliche Deutungen zulässt und sich widersprechende Einstellungen hervorruft. Der nationalstaatliche und institutionelle Umgang mit Reichtum ist in Reichtumskulturen eingebettet, welche die Verteilung und die Akzeptanz von Reichtum prägen. Das hat Folgen für das Handeln staatlicher und privater Akteure, aber auch für die Wählerschaft, die Einkommens- und Vermögensungleichheit und damit soziale Ungleichheit unterschiedlich bewertet.
Ein Vergleich zwischen Deutschland und USA wird diese unterschiedlichen Einstellungen herausarbeiten und einige Schlussfolgerungen dafür liefern, warum sozialstaatliche Umverteilung in beiden Ländern konträr verhandelt wird. Anknüpfend an die beiden Klassiker Werner Sombart und Alexis Tocqueville sowie neuere Forschungen wird die These vertreten, dass unterschiedliche nationalstaatliche Reichtumskulturen auch unterschiedliche Wertungen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit hervorbringen. Und damit erschweren sie ein abgestimmtes staatlichen Handeln gegen Finanzspekulation, Ausbeutung etc.

Referent:

historische und aktuelle Münzen

Dr. Jens Becker

geb. 1964, ist Referatsleiter in der Abteilung Studienförderung der Hans-Böckler-Stiftung. Zuvor war Dr. Becker Lehrbeauftragter an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt im Institut für Soziologie im Arbeitsbereich Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Soziologie und Staatstheorie.

18. Januar 2016
18:00 Uhr

Politische Akademie
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Dr. Verena Paul
Telefon: 0681 - 906 26 - 24

 Anhören