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Die Entwicklung des modernen Staates

Vom archaischen Feudalismus zum EU-Mitgliedsland

Den modernen Staat europäischer Prägung kennzeichnen innerer Machtausgleich und Gewaltenteilung, geordnete Verwaltung und Rechtssicherheit, soziale Partnerschaft und persönliche Freiheit sowie der Grundsatz der Volkssouveränität. Seine Wurzeln liegen tief in der Vergangenheit:

Die Entwicklung verläuft vom archaischen Feudalstaat der Vor- und Frühgeschichte über den Gefolgschaftsstaat des frühen und den Ständestaat des späten Mittelalters zum Beamtenstaat der Könige und Fürsten, der schließlich zum demokratisch verfassten Bürgerstaat von heute führen sollte. Dabei zeichneten sich drei in charakteristischer Weise voneinander abweichende Wege ab: Neben den auf die Spitze hin orientierten französischen und den parlamentarisch gelenkten englischen Zentralstaat trat die deutsche Staatlichkeit mit ihrem oft schwerfälligen, aber letzten Endes nicht minder effektiven Föderalismus. Das der Idee nach römisch-christliche Universalreich der Kaiser und Päpste wich mit Beginn der Neuzeit dem System der sich trotz oder gerade wegen des angestrebten Gleichgewichts der Kräfte immer wieder bekämpfenden und bekriegenden europäischen Einzelstaaten. Gegenwärtig jedoch, im Zeichen der Vereinigung in Vielfalt, befindet sich Europa in einem tiefgreifenden Wandel, der – ungeachtet aller temporären Krisen – dauerhaft gesicherten Frieden und Stabilität verspricht.

ReferentIn:

Carl-Heinz Boettcher

Carl-Heinz Boettcher

1928 in Hamburg geboren, ist Diplom-Volkswirt und Publizist. Nach Büchern zu Themen der Politik und Zeitgeschichte erschienen von ihm „Der Ursprung Europas - Die Wiege des Westens vor 6000 Jahren“, 2. Auflage 2000, und „Europas Weg in die Neuzeit – Vom Weltstaat zur Staatenwelt“, 2005, beide im Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert. Einer Ausbildung zum Verlagsbuchhändler folgten das Studium der Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften und berufliche Tätigkeit als Journalist: Hamburger Echo, Der Spiegel und Hamburger Morgenpost. Zuletzt war er Leitender Redakteur der Deutschen Welle. Seine Frau und er leben seit 40 Jahren im Bergischen Land. Das Paar hat sechs Kinder und elf Enkelkinder.

25. September 2006
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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