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Die Finanzkrise Europas

„Wenn in den USA ein Hausbesitzer hustet, bricht Griechenland zusammen und unsere Kindergärten werden geschlossen.“ So lassen sich - sehr überspitzt formuliert - die Beziehungen des weltweiten Kapitalmarktes zusammenfassen. Mit der Chaostheorie lassen sich diese Zusammenhänge mathematisch beschreiben, doch die Regeln sind menschengemacht und nicht - wie beispielsweise beim Wetter - Naturgesetze.
Haben wir das Regelwerk schlecht aufgestellt, kommt es zu Krisen. Dabei scheint die aktuelle Wirtschaftskrise Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten verschont zu haben, „unser“ Regelwerk folglich besser zu sein. Tatsächlich handelt sich aber nur um eine scheinbare Verschonung, wir bezahlen dafür mit sinkenden Reallöhnen, mehr Armut und und folglich einer sinkenden Binnennachfrage; und die im Vergleich zu anderen EU-Staaten geringe Arbeitslosigkeit ist mit der Zunahme marginaler Beschäftigung erkauft, die zu höheren Sozialabgaben und sinkenden Staatseinnahmen führt.
Dies ist nur ein Beispiel für die Bedrohungen, denen die Finanzen der meisten Staaten derzeit ausgesetzt sind, hinzu kommen viele andere, genannt sei hier als weiteres Beispiel das Regelwerk im Zusammenhang mit der EU-Gemeinschaftswährung. Die Krise der öffentlichen Finanzen hat viele Ursachen; Prof. Michael Krätke wird die wichtigsten in seinem Vortrag benennen.

in Kooperation mit dem "Büro Europe Direct" der Landeshauptstadt Saarbrücken

ReferentIn:

Prof. Dr. Michael Krätke

Prof. Dr. Michael Krätke

Prof. Dr. Michael Krätke

geb. 1950, hat den Lehrstuhl für Political Economy an der Lancaster University und ist dort der Direktor des Institute for Advanced Studies. Zuvor war er Professor für Politikwissenschaft und Ökonomie an der Universität von Amsterdam, Fellow des Internationalen Instituts für Sozialgeschichte in Amsterdam, wissenschaftlicher Assistent in Berlin und Bielefeld, ab 1980 (Gast)Professor an mehreren Universitäten in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden, Großbritannien, Japan, China und den USA.

Er ist (Mit)Herausgeber einer Reihe von Zeitschriften, darunter der SPW; Studium der Politikwissenschaft, Ökonomie und Soziologie in Berlin, Brüssel und Paris. Forschungsprojekte im Auftrag der EU, Weltbank, OECD, ILO.

Zahlreiche Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen zur (komparativen und internationalen) Politischen Ökonomie, darunter: Natali Moszkowska. Marxismus und Keynesianismus, Berlin (in Vorbereitung); Rosa Luxemburg. Eine politische Oekonomin in ihrer Zeit, Berlin 2009; Die groesste Krise der kapitalistischen Weltwirtschaft, Hamburg 2008; Neun Fragen zum Kapitalismus, Berlin 2007 (mit Georg Fülberth); Geschichte der Weltwirtschaft, Hamburg 2005; Political Economy - the Future of an Interdiscipline, London 2005.

27. September 2010
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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