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Die SPD und die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit 1945-1990

Aus den Trümmern des „Dritten Reiches“ eine demokratische und sozial gerechte Gesellschaft aufzubauen: das war in den Nachkriegsjahren das erklärte Ziel der SPD. Um in politische Verantwortung zu gelangen, waren die aus Haft und Emigration zurückgekehrten Funktionäre der Partei auf die Stimmen von Millionen ehemaliger „Volksgenossen“ angewiesen. In ihrem Vortrag zeichnet Kristina Meyer den Umgang der deutschen Sozialdemokratie mit der NS-Diktatur von der Wiedergründung der SPD bis 1990 nach. Sie fragt nach der Bedeutung von Widerstands- und Verfolgungserfahrungen für das Selbstverständnis und die Außenwahrnehmung der Partei, nach ihrem Beitrag zur politischen, juristischen und gesellschaftlichen Aufarbeitung der nationalsozialistischen Massenverbrechen, aber auch nach der Auseinandersetzung mit Rechtsradikalismus und Antisemitismus. Der vergangenheitspolitische Weg der SPD in der alten Bundesrepublik erweist sich als eine permanente Gratwanderung: zwischen dem Streben nach gerechter Aufarbeitung der NS-Geschichte und dem Ziel einer „inneren Versöhnung“.

Referentin:

Dr. Kristina Meyer

geb. 1978. Von 1998 bis 2005 Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, der Politikwissenschaft sowie der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. 2005 legte sie ihre Magisterarbeit zum Thema „Die Entschädigung sozialdemokratischer NS-Verfolgter in Westdeutschland. Eine qualitative Untersuchung anhand von Fallakten“ vor. Von 2006 bis 2011 war Kristina Meyer wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Jena. Von 2011 bis 2013 erhielt sie ein Stipendium des Jena Centers Geschichte des 20. Jahrhunderts. Von 2006 bis 2013 promovierte sie zum Thema „Die SPD und die NS-Vergangenheit“. Für ihre Dissertation erhielt sie den Willy-Brandt-Preis für Zeitgeschichte 2015. Seit Mai 2013 ist Kristina Meyer wissenschaftliche Geschäftsführerin des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts.

24. Juli 2017
18:00 Uhr

Politische Akademie der SDS
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Dr. Verena Paul
Telefon: 0681 - 906 26 - 24

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