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Ende der Ideologien?

Über ein "Ende der Ideologien" ist in der Geschichte immer wieder spekuliert worden. Die Vorstellung eines postideologischen Zeitalters galt dabei in der Regel als Heilsbotschaft und Utopie, als Vorstellung einer besseren, friedlicheren und effizienteren Gesellschaft. Allerdings: Oft genug wurden diese Hoffnungen bitter enttäuscht und besonders radikale Weltanschauungen kehrten mit Macht zurück. Insofern ist gewiss Skepsis angebracht, wenn in den Leitartikeln und im politischen Feuilleton der Republik seit einiger Zeit abermals von einem postideologischen Zeitalter die Rede ist: von Verblassen der inhaltlichen Unterschiede der Volksparteien, dem Aufstieg der "programmlosen" Piratenpartei oder vom rein auf Zweckmäßigkeit und Pragmatismus ausgerichteten Regierungsstil der Angela Merkel. Im Vortrag wird es darum gehen, ob die Rede vom "Ende der Ideologien" dennoch eine gewisse Substanz besitzt, und vor allem: was dann noch die Rolle und Bedeutung der Politik sein wird.

ReferentIn:

Dr. Torben Lütjen

Dr. Torben Lütjen

Dr. Torben Lütjen

hat in Göttingen und Caen Politik und Rechtswissenschaften studiert und anschließend 2006 mit einer Arbeit über den ehemaligen Wirtschafts- und Finanzminister Karl Schiller promoviert. Die Arbeit wurde mit dem Friedrich-Christoph- Dahlmann-Preis der Universität Göttingen ausgezeichnet. Nach Stationen an der University of California in Berkeley und an der Universität Freiburg lehrt und forscht er seit 2009 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dort leitet er eine von der Volkswagenstiftung geförderte Forschungsgruppe, die sich mit dem unterschiedlichen Grad ideologische Polarisierung in den USA und Europa beschäftigt. 2009 hat Torben Lütjen eine Biographie des Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier geschrieben. Außerdem schreibt er für Deutsche Tageszeitungen wie die FAZ oder die Welt.

07. Januar 2013
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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