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Erscheinungsformen und Verbreitung antisemitischer Einstellungen außerhalb Deutschlands

Das Potential antisemitischer Haltungen in Europa beschränkt sich nicht auf jenes, das in rechtsextremen Parteien oder in radikal islamistischen Kreisen vorhanden ist. Antisemitische Vorurteile, Ressentiments und Stereotype finden sich auch in anderen politischen Spektren und in Teilen der Mehrheitsgesellschaft. In vielen Ländern Europas dient der Nahostkonflikt als Plattform, Haltungen öffentlich zu äußern, deren Anschlussfähigkeit an antisemitische Stereotype evident sind, aber häufig nicht erkannt oder gar geleugnet werden. Manifestiert sich ein solcher israelbezogener Antisemitismus in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern im Wesentlichen in verbalen Angriffen, in Schmierereien an jüdischen Einrichtungen oder Mahnmalen, in anonymem Internethass und in Friedhofsschändungen, kulminierte in Frankreich, Belgien und Dänemark die Hetze gegen Juden in tödlichen Anschlägen.

Referentin:

Dr. Juliane Wetzel

ist Historikerin und seit 1991 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin. Sie ist geschäftsführende Redakteurin des „Jahrbuchs für Antisemitismusforschung“ und Mitglied der deutschen Delegation der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA), Vorstandsmitglied des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien sowie Mitglied des Unabhängigen Expertenkreises gegen Antisemitismus des Deutschen Bundestages (als Koordinatorin gehörte sie auch dem ersten Expertenkreis an, der im November 2011 einen Bericht zur Lage des Antisemitismus in Deutschland vorgelegt hat). Sie hat zahlreiche Vorträge und Publikationen zu den Themen Juden unter nationalsozialistischer Verfolgung, jüdische Nachkriegsgeschichte, Rechtsextremismus und aktuelle Formen des Antisemitismus vorgelegt.

25. April 2016
18:00 Uhr

Politische Akademie
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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