Archiv (Audio on demand)

Flucht, Vertreibung, Deportation

Das Jahrhundert der Gewaltmigration

Von Gewaltmigration (Flucht, Vertreibung, Deportation usw.) lässt sich dann sprechen, wenn staatliche, halb-, quasi- und zum Teil auch nichtstaatliche Akteure die Handlungsmacht und damit die Freiheit und Freizügigkeit von Einzelnen oder Kollektiven weitreichend beschränken. Gewaltmigration kann durch eine Nötigung zur Abwanderung verursacht sein, die keine realistische Handlungsalternative zulässt. Sie kann Flucht vor Gewalt sein, die Leben, körperliche Unversehrtheit, Freiheit und Rechte direkt oder erwartbar bedroht, zumeist aus politischen, ethno-nationalen, rassistischen, genderspezifischen oder religiösen Gründen. Gewaltmigration war und ist zumeist Ergebnis von Krieg, Bürgerkrieg oder Maßnahmen autoritärer Systeme. Der Vortrag blickt auf die lange Geschichte der Gewaltmigration im 20. und frühen 21. Jahrhundert und möchte Hintergründe, Bewegungsmuster und Folgen von Gewaltmigration erklären.

Referent:

Apl. Prof. Dr. Jochen Oltmer

geb. 1965, ist apl. Professor für Neueste Geschichte und Mitglied des Vorstands des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück. Als Autor bzw. Herausgeber veröffentlichte er zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte von Migration und Migrationspolitik, vor allem im 19. und 20. Jahrhundert. Dazu zählen u.a. „Globale Migration. Geschichte und Gegenwart“ (2012), „Migration im 19. und 20. Jahrhundert“ (Enzyklopädie deutscher Geschichte, Bd. 86) (2013), „Handbuch Staat und Migration in Deutschland vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart“ (2016) oder „Migration. Geschichte und Zukunft der Gegenwart“ (2017).

13. März 2017
18:00 Uhr

Politische Akademie
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Dr. Verena Paul
Telefon: 0681 - 906 26 - 24